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Agentic AI erobert die Immobilienbranche

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Digitalisierung & Software

Agentic AI erobert die Immobilienbranche

BETTERHOMES und Scout24 liefern sich ein Rennen um die Zukunft des Makelns – doch wer setzt die KI wirklich ein? Hinter den Kulissen tobt ein Kampf um Effizienz, der die Spielregeln für Transaktionen neu schreibt. Ein Blick auf die Technologien, die 2026 den Markt prägen werden.

Marcus Heller

14. Mai 2026

Es war ein Dienstagmorgen in Zürich, als ein BETTERHOMES-Partner die neueste Version seines Bewertungstools öffnete. Statt stundenlang Daten zu wälzen, spuckte die KI innerhalb von Minuten eine Marktanalyse aus – inklusive Vergleichsobjekten und Preisempfehlung. Was wie Science-Fiction klingt, ist längst Realität: Agentic AI übernimmt bei BETTERHOMES repetitive Aufgaben wie Exposé-Erstellung oder Kundenanfragen. Branchenkreise berichten, dass solche Tools bereits spürbar die Bearbeitungszeiten verkürzen. Die Schweizer setzen dabei auf ihre proprietäre Technologie, die sie als „Schweizer Präzision“ vermarkten – ein klarer Seitenhieb an die Konkurrenz. [3]

Doch BETTERHOMES ist nicht allein. Scout24 hat auf dem Kapitalmarkttag 2026 sein „Agentic OS für Immobilien“ vorgestellt – ein System, das KI-Agenten für Aufgaben wie Vertragsmanagement oder Objektbewertung einsetzt. Während BETTERHOMES auf ein Franchise-Modell setzt, das lokale Makler mit zentraler Technologie ausstattet, geht Scout24 den Weg der vollständigen Automatisierung. „Die Frage ist nicht mehr, ob KI kommt, sondern wer sie zuerst skaliert“, sagt ein informierter Insider aus München. Beide Player buhlen um dieselben Kunden: digitale Makler, die Effizienz wollen, ohne auf menschliche Expertise zu verzichten. [3][4]

Das Franchise-Modell immolicence® von BETTERHOMES ist dabei ein zentraler Baustein. Es bietet Partnern Zugang zu drei „einzigartigen USPs“, wie es in internen Unterlagen heißt: KI-gestützte Tools, eine zentrale Vermarktungsplattform und Schulungen für lokale Teams. Besonders in Österreich, wo der Maklermarkt stark fragmentiert ist, zeigt das Modell Wirkung. „In Wien oder Graz können kleine Makler plötzlich mit den Großen mithalten – weil sie die gleiche Technologie nutzen“, erklärt ein Franchise-Partner aus Graz. Die Kombination aus Schweizer Software und regionalem Know-how scheint aufzugehen. [1][2]

Doch nicht nur Makler profitieren von der KI-Welle. Hausverwaltungen stehen vor einem ähnlichen Umbruch. Bis 2026 sollen KI-Lösungen Prozesse wie Mietanpassungen oder Instandhaltungsmanagement automatisieren. „Stellen Sie sich vor, die KI erkennt selbstständig, wann eine Heizung gewartet werden muss – und bucht den Handwerker gleich mit“, skizziert ein Branchenexperte die Vision. Erste Pilotprojekte zeigen, dass solche Systeme nicht nur Zeit sparen, sondern auch die Mieterzufriedenheit erhöhen. Die Herausforderung liegt darin, die Technologie so zu gestalten, dass sie menschliche Entscheidungen unterstützt, ohne sie zu ersetzen. [5]

Die Expansion von BETTERHOMES in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt, wie skalierbar das hybride Modell ist. Während in der Schweiz die Technologie im Vordergrund steht, setzt man in Deutschland auf die lokale Expertise der Franchisepartner. „In München oder Berlin geht es nicht nur um Daten, sondern darum, die richtigen Leute zusammenzubringen“, sagt ein Makler aus Frankfurt. Scout24 hingegen setzt auf eine zentrale Plattform, die KI-Agenten mit Daten füttert – ein Ansatz, der besonders in Ballungsräumen funktioniert, wo Geschwindigkeit entscheidend ist. [2][3]

Die Frage, die sich viele IT-Entscheider in der Immobilienwirtschaft stellen, lautet: Wie integriere ich KI, ohne meine bestehenden Prozesse zu zerstören? BETTERHOMES und Scout24 zeigen zwei unterschiedliche Antworten. Während BETTERHOMES auf ein schrittweises Upgrade setzt – Franchisepartner erhalten Zugang zu neuen Tools, ohne ihre Arbeitsweise komplett umstellen zu müssen –, verlangt Scout24 eine radikalere Umstellung. „Es ist wie der Unterschied zwischen einem Update und einer Neuinstallation“, bringt es ein CTO auf den Punkt. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, doch die Zeit drängt. [3][4]

Am Ende geht es um Vertrauen. KI kann Daten analysieren, Exposés schreiben und sogar Verträge vorbereiten – doch der Abschluss bleibt oft eine Frage der Chemie. „Die Technologie ist da, aber die Kunden wollen wissen, dass am anderen Ende ein Mensch sitzt“, sagt eine Maklerin aus Zürich. BETTERHOMES hat das erkannt und setzt bewusst auf das hybride Modell: KI übernimmt die Routine, der Makler die Beziehung. Scout24 hingegen glaubt an die vollständige Automatisierung. Wer recht behält, wird sich 2026 zeigen – wenn die ersten KI-gestützten Transaktionen in großem Stil anlaufen. [3]

Hintergrund

Der DACH-Raum ist ein Labor für die Zukunft des Immobiliengeschäfts. Während in Deutschland und der Schweiz die Technologieakzeptanz hoch ist, kämpft Österreich mit einer fragmentierten Maklerlandschaft. BETTERHOMES nutzt diese Unterschiede strategisch: In der Schweiz setzt man auf die Herkunft als „Technologieführer“, in Österreich auf lokale Partnerschaften. Scout24 hingegen drängt mit einer zentralen Plattform auf den Markt – ein Modell, das besonders in Ballungsräumen wie Berlin oder München funktioniert. Die nächsten zwei Jahre werden zeigen, ob hybride Ansätze oder vollständige Automatisierung die Oberhand gewinnen.

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