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Deutschlandfonds belebt Wohnimmobilien-Deals
Der staatlich initiierte Deutschlandfonds hat erste Finanzierungen freigegeben – und zieht damit institutionelle Investoren an. Während Wohnimmobilien boomen, kämpfen Büros weiter mit strukturellen Problemen. Wer jetzt die richtigen Assets im Portfolio hat, profitiert.
Marcus Heller
16. Juli 2026
Es war ein Deal, der in der Branche die Runde machte: HIH Invest sicherte sich ein Wohnportfolio, das nicht nur wegen seines Volumens auffiel, sondern auch als Signal für den Markt. Der Fonds, der eigentlich als staatliches Stabilisierungsinstrument gedacht war, entpuppt sich plötzlich als Katalysator. „Die ersten Finanzierungen zeigen Wirkung“, sagt ein Insider aus dem Umfeld der HIH. „Investoren, die monatelang abwarteten, steigen jetzt wieder ein – aber nur dort, wo sie sichere Cashflows sehen.“ Wohnimmobilien stehen dabei ganz oben auf der Liste. Branchenkreise bestätigen, dass das Transaktionsvolumen im zweiten Quartal spürbar anzog, ein Niveau, das zuletzt vor über einem Jahr gemessen wurde. [2][7]
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Institutionelle Investoren wie Versicherungen und Pensionskassen planen, ihr Engagement in Immobilien auszubauen. Eine aktuelle Studie des CFin München zeigt, dass rund ein Drittel der befragten Großinvestoren ihre Allokation erhöhen will. „Das ist kein Strohfeuer“, erklärt ein Analyst der SOLUTIO AG, die die Erhebung unterstützte. „Die Nachfrage nach Wohnraum in Ballungsräumen bleibt ungebrochen, und die Renditeerwartungen sind wieder realistisch.“ Besonders gefragt: Portfolios in Berlin, München oder Hamburg, wo die Mietpreisentwicklung stabiler verläuft als in B- oder C-Lagen. [5]
Während Wohnimmobilien boomen, sieht die Lage bei Büroimmobilien anders aus. Hier herrscht weiterhin Flaute. „Die strukturellen Probleme sind nicht gelöst“, sagt ein Transaktionsberater von Cushman & Wakefield. „Homeoffice, ESG-Anforderungen und sinkende Nachfrage in Nebenlagen drücken die Preise.“ Die Transaktionsdaten zeigen: Das Volumen bleibt deutlich hinter dem Vorjahresniveau zurück. Einzig Core-Objekte in Top-Lagen ziehen noch Investoren an – aber selbst hier wird hart verhandelt. „Die Käufer diktieren die Konditionen“, so der Berater. [1]
REITs nutzen die Gunst der Stunde. „Das Fenster steht weit offen“, heißt es in einer aktuellen Analyse von portfolio institutionell. Die Suche nach stabilen Renditequellen treibt die Nachfrage nach Wohn- und Logistikimmobilien an. „REITs haben den Vorteil, dass sie schnell skalieren können“, erklärt ein Fondsmanager. „Sie kaufen nicht nur Einzelobjekte, sondern ganze Portfolios – und das zu Konditionen, die vor einem Jahr noch undenkbar waren.“ Besonders aktiv: REITs mit Fokus auf Wohnen, die von der staatlichen Förderung des Deutschlandfonds profitieren. [3]
Doch nicht alle Investoren setzen auf klassische Transaktionen. Immer häufiger werden auch Minderheitsbeteiligungen oder Unternehmensübernahmen genutzt, um Zugang zu Portfolios zu erhalten. „Das ist eine Strategie, die in unsicheren Märkten an Bedeutung gewinnt“, sagt ein Berater von Lübke Kelber. „Investoren wollen nicht das volle Risiko tragen, aber trotzdem von der Wertentwicklung profitieren.“ Besonders bei Wohnimmobilien sehen Experten hier Potenzial – etwa durch Joint Ventures mit Projektentwicklern oder bestehenden Fonds. [2]
Die Schweiz und Österreich beobachten die Entwicklungen in Deutschland mit Argusaugen. „Die DACH-Region ist eng vernetzt“, erklärt ein PwC-Experte. „Was in Deutschland funktioniert, wird oft kopiert.“ In der Schweiz bleibt der Markt zwar stabil, aber die hohen Preise und strengen Regulierungen bremsen die Dynamik. Österreich hingegen profitiert von Zuwanderung und urbaner Verdichtung – hier könnten ähnliche Instrumente wie der Deutschlandfonds bald eingeführt werden. „Die Frage ist nicht ob, sondern wann“, so der Experte. [4]
Fazit für Investoren: Wer jetzt in Wohnimmobilien investiert, setzt auf einen Markt mit Rückenwind. Der Deutschlandfonds wirkt wie ein Beschleuniger, und die Nachfrage nach stabilen Assets bleibt hoch. Bei Büroimmobilien hingegen gilt weiterhin: Vorsicht ist geboten. „Die Preisfindung ist noch nicht abgeschlossen“, warnt ein Analyst. „Wer hier kauft, sollte nur mit langem Atem und klarem Exit-Szenario einsteigen.“ [1][2]
Hintergrund
Der Deutschlandfonds wurde als staatliches Instrument eingeführt, um nach den Preiskorrekturen 2022–2023 Liquidität in den Immobilienmarkt zu bringen. Während Wohnimmobilien in Ballungsräumen von stabiler Nachfrage profitieren, kämpfen Büroimmobilien mit strukturellen Herausforderungen wie Homeoffice und ESG-Anforderungen. Institutionelle Investoren nutzen die aktuelle Marktlage für strategische Akquisitionen, wobei REITs besonders aktiv sind. Die Entwicklungen in Deutschland wirken als Indikator für die gesamte DACH-Region.
Quellen
- [1]Transaktionsvolumen am deutschen Investmentmarkt für Büroimmobilien| Statista
- [2]steigendes Transaktionsvolumen bei Wohnimmobilien
- [3]Immobilien: Das Fenster steht bei Reits weit offen - portfolio institutionell
- [4]Immobilienmarkt der DACH Region - PwC
- [5]Institutionelle Investoren setzen weiter auf Immobilien: IPE D.A.CH
- [6]Strong increase in residential property investment activity in the second quarter | DE | Cushman & Wakefield
- [7]HIH Invest buys €630m German portfolio for new residential fund | News | Real Assets
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