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Großdeals prägen deutschen Immobilieninvestmentmarkt 2024
Drei Großtransaktionen dominieren fast die Hälfte des deutschen Venture-Capital-Volumens 2024. Der Immobilieninvestmentmarkt zeigt erste Stabilisierungstendenzen im Wohnsegment, während institutionelle Investoren selektiv auf Big-Ticket-Deals setzen. Für Investoren bedeutet das: Liquidität bleibt hoch, doch die Marktkonzentration nimmt zu.
Anna Lenz
29. August 2026
Der deutsche Immobilieninvestmentmarkt verzeichnet im ersten Halbjahr 2024 eine spürbare Erholung des Transaktionsvolumens. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem Großtransaktionen mit Volumina jenseits der 100-Millionen-Euro-Marke, die einen erheblichen Anteil am Gesamtumsatz ausmachen. Institutionelle Investoren, darunter REITs, Pensionsfonds und internationale Kapitalgeber, konzentrieren ihre Aktivitäten auf wenige, hochvolumige Deals. Dies unterstreicht eine zunehmende Risikoaversion, die trotz hoher Liquidität zu einer stärkeren Marktkonzentration führt. Für Investoren bedeutet das: Opportunitäten bestehen, allerdings mit höherer Selektivität und Fokus auf skalierbare Assets. [1][5]
Das Wohnsegment („Resi“) zeigt sich als stabilster Teilmarkt und verzeichnet das stärkste Quartalsergebnis seit über einem Jahr. Die Preise haben sich auf dem Niveau von Ende 2023 eingependelt, was auf eine mögliche Trendwende hindeutet. Institutionelle Investoren signalisieren weiterhin hohe Nachfrage, insbesondere nach Wohnimmobilien in urbanen Kernlagen. Gleichzeitig gewinnen nicht-traditionelle Anlageformen an Bedeutung, darunter Minderheitsbeteiligungen oder Fusionen, die als risikoärmere Alternativen zu klassischen Direktinvestitionen gelten. Diese Entwicklung spiegelt die Anpassungsstrategien der Marktteilnehmer an die anhaltende Zins- und Regulierungsunsicherheit wider. [1]
Während das Wohnsegment an Stabilität gewinnt, stehen Büroimmobilien in Top-Lagen weiterhin unter Bewertungsdruck. Die strukturellen Herausforderungen – etwa sinkende Flächennachfrage durch Remote Work oder ESG-Anforderungen – führen zu einer Neubewertung der Assetklasse. Institutionelle Investoren reagieren mit einer Verschiebung ihrer Portfolios hin zu resilienteren Segmenten wie Logistik oder gemischt genutzten Projekten. Die hohe Anzahl von 800 aktiven Immobilieninvestoren in Deutschland zeigt zwar die Tiefe des Marktes, doch die Transaktionsvolumina verteilen sich ungleich. Dies verstärkt den Trend zu größeren Dealgrößen und einer stärkeren Konsolidierung. [1][3]
Die Dominanz von Großtransaktionen im ersten Halbjahr 2024 unterstreicht die strategische Neuausrichtung institutioneller Investoren. Statt breit gestreuter Portfolios setzen diese vermehrt auf skalierbare, renditestarke Assets mit langfristigem Wertsteigerungspotenzial. Diese Entwicklung wird durch die anhaltende Zinswende und makroökonomische Unsicherheiten beschleunigt, die kleinere Deals unattraktiver machen. Für Asset Manager bedeutet das: Die Konkurrenz um hochwertige Großobjekte nimmt zu, während Nischenmärkte oder kleinere Transaktionen an Bedeutung verlieren. Die Marktkonzentration könnte damit weiter zunehmen. [5]
Im DACH-Raum zeigen sich ähnliche Muster wie in Deutschland, allerdings mit länderspezifischen Besonderheiten. In der Schweiz profitiert der Markt von höheren internationalen Kapitalzuflüssen, insbesondere aus Asien, während strengere Regulierungen wie die Lex Koller die Investitionsstrategien beeinflussen. Österreichs Wohnsegment wird durch staatliche Förderprogramme gestützt, doch Gewerbeimmobilien leiden unter strukturellen Herausforderungen. Für Investoren mit DACH-Fokus bedeutet das: Eine länderspezifische Anpassung der Strategien ist unerlässlich, um regulatorische Hürden und Marktchancen optimal zu nutzen. [2]
Die Stabilisierungstendenzen im deutschen Wohnsegment könnten eine Trendwende einleiten, doch die Risiken bleiben hoch. Institutionelle Investoren passen ihre Strategien an, indem sie vermehrt auf Joint Ventures oder nicht-traditionelle Anlageformen setzen, um Risiken zu streuen. Gleichzeitig bleibt die Liquidität im Markt hoch, was die Konkurrenz um attraktive Assets weiter verschärft. Für Investoren gilt: Eine präzise Due Diligence und ein Fokus auf langfristige Werttreiber sind entscheidend, um in einem zunehmend selektiven Markt erfolgreich zu agieren. [1][5]
Die Marktkonzentration auf wenige Großdeals hat auch Auswirkungen auf die Preisbildung. Während hochwertige Wohnimmobilien in A-Lagen stabil bleiben, geraten weniger gefragte Objekte unter Druck. Institutionelle Investoren nutzen diese Dynamik, um Portfolios gezielt umzuschichten und sich auf renditestarke Segmente zu konzentrieren. Die hohe Anzahl von 800 aktiven Investoren in Deutschland zeigt zwar die Vielfalt des Marktes, doch die tatsächliche Transaktionsaktivität bleibt auf eine kleine Gruppe von Playern beschränkt. Für Asset Manager bedeutet das: Netzwerke und Zugang zu Deal-Flow werden noch entscheidender. [1][3]
Hintergrund
Der deutsche Immobilieninvestmentmarkt durchläuft seit 2022 eine Phase der Preiskorrektur, ausgelöst durch die Zinswende und regulatorische Unsicherheiten. Während Büro- und Einzelhandelsimmobilien unter strukturellen Herausforderungen leiden, zeigt das Wohnsegment erste Stabilisierungstendenzen. Institutionelle Investoren passen ihre Strategien an, indem sie vermehrt auf Minderheitsbeteiligungen oder Fusionen setzen. Gleichzeitig treiben wenige Großtransaktionen das Gesamtvolumen, was die Marktkonzentration verstärkt. Im DACH-Raum zeigen sich ähnliche Muster, allerdings mit länderspezifischen Besonderheiten wie strengeren Regulierungen in der Schweiz oder staatlichen Förderprogrammen in Österreich.
Quellen
- [1]German residential investments: Pricing bottomed out, ...
- [2]Real estate investment market Germany Q2 2024 | DE | Cushman & Wakefield
- [3]List of the 800 largest real estate investors Germany [2026 Update]
- [4]Immobilien-Investmentmarkt in Deutschland - Transaktionsvolumen bis 2025| Statista
- [5]Investmentmarktüberblick Q2 2026 | JLL
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