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KI macht Immobilien fit für die Stadt von morgen

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Digitalisierung & Software

KI macht Immobilien fit für die Stadt von morgen

Die Wohnungsnot in deutschen Städten zwingt Projektentwickler zum Umdenken. Statt neuer Flächen werden bestehende Gebäude aufgestockt, umgenutzt oder verdichtet. Doch die Planung ist komplex – hier kommen KI und PropTech ins Spiel. Wie digitale Tools die Nachverdichtung revolutionieren.

Marcus Heller

4. Mai 2026

Es war ein Dienstagmorgen in Zürich, als die Entwickler von Wincasa die Akte streamnow öffneten. Die PropTech-Firma, 2018 übernommen, sollte eigentlich nur die digitale Verwaltung von Immobilienportfolios beschleunigen. Doch dann passierte etwas Unerwartetes: Plötzlich konnten Projektteams nicht nur Mietverträge digital signieren, sondern auch Leerstandsanalysen mit einem Klick erstellen. Branchenkreise berichten, dass Wincasa damit zum einzigen Schweizer Dienstleister wurde, der Digitalisierung nicht nur einkauft, sondern selbst beherrscht – ein Gamechanger für Nachverdichtungsprojekte, die bisher an Papierbergen und langsamen Prozessen scheiterten. [4]

In Berlin-Mitte steht ein Altbau, der eigentlich abgerissen werden sollte. Doch dann kam berta & rudi ins Spiel. Das KI-Tool erstellte innerhalb von Minuten ein Energiekonzept für die Sanierung – inklusive stündlicher Lastprofile, die normalerweise monatelange Datenerhebungen erfordern. Lupix Energy, der Anbieter hinter der Software, wirbt damit, dass selbst komplexe Quartierslösungen plötzlich machbar werden. Ein informierter Projektentwickler erzählt: „Früher haben wir uns auf Bauchgefühl verlassen. Jetzt zeigt uns die KI, ob sich eine Aufstockung lohnt – bevor wir den ersten Bagger bestellen.“ [1]

Während in der Schweiz noch diskutiert wird, hat immocloud in Deutschland bereits Fakten geschaffen. Die Plattform digitalisiert nicht nur Mietverträge, sondern exportiert Buchhaltungsdaten direkt an DATEV – ein Feature, das besonders bei gemischten Portfolios mit Gewerbe- und Wohnflächen Zeit spart. „Die 45-tägige Testphase ist wie ein Schnupperkurs für die Zukunft“, sagt ein Verwalter aus München. Besonders praktisch: Das Zählermanagement läuft über eine App, sodass Mieter ihre Verbräuche selbst eintragen können. Das reduziert nicht nur den Verwaltungsaufwand, sondern macht auch Nebenkostenabrechnungen transparenter. [2]

In Wien geht man noch einen Schritt weiter. Hier nutzt die Stadtverwaltung PropCorn AI, um Zonenpläne zu optimieren. Die KI analysiert nicht nur Bebauungsvorschriften, sondern simuliert auch Szenarien – etwa, wie sich eine Aufstockung auf den Verkehr oder die Nahversorgung auswirkt. „Stadtplanung ist heute ein Datenproblem“, sagt ein Mitarbeiter des Magistrats. Besonders in dicht besiedelten Vierteln wie Favoriten hilft die Software, Konflikte zwischen Wohnraum, Gewerbe und Grünflächen früh zu erkennen. Das Ergebnis: Schnellere Genehmigungen und weniger Nachbarschaftsproteste. [6]

Doch nicht alle sind begeistert. In Frankfurt wehren sich einige Makler gegen die Digitalisierung. „Die denken, KI nimmt ihnen die Arbeit weg“, sagt ein Insider. Dabei zeigt das Beispiel InnoBrain, wie Tools wie der geplante OpenClaw-Kurs Maklern helfen können, sich neu zu positionieren. Statt nur Exposés zu schreiben, könnten sie künftig KI-gestützte Marktanalysen anbieten – etwa, welche Gebäude sich für eine Umnutzung eignen. „Die Frage ist nicht, ob die Technologie kommt, sondern wer sie zuerst nutzt“, so der Insider. [3]

Die größte Hürde bleibt jedoch die Zusammenarbeit. „Jeder Akteur hat seine eigenen Tools“, klagt ein Projektentwickler aus Hamburg. Doch hier zeigt berta & rudi, wie es gehen kann: Die Software ermöglicht es Architekten, Energieberatern und Investoren, gemeinsam an einem digitalen Zwilling zu arbeiten. Änderungen werden in Echtzeit sichtbar, und Entscheidungen lassen sich direkt im System dokumentieren. „Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Nerven“, sagt ein Nutzer. Besonders bei Sanierungen, wo oft mehrere Gewerke koordiniert werden müssen, wird das zum entscheidenden Vorteil. [1]

Am Ende geht es um eines: Geschwindigkeit. Während früher ein Nachverdichtungsprojekt Jahre brauchte, können heute erste Machbarkeitsstudien in wenigen Tagen vorliegen. „Die Technologie ist da – jetzt müssen wir sie nur noch nutzen“, sagt ein Branchenkenner. In Zürich, Berlin und Wien zeigen erste Projekte, wie das aussehen kann. Doch der DACH-Raum ist groß, und nicht überall ist die Bereitschaft gleich. Wer zu lange wartet, könnte bald feststellen, dass die Konkurrenz bereits die besten Flächen gesichert hat – mit ein paar Klicks und einer Prise KI. [4][6]

Hintergrund

Im DACH-Raum kämpfen Städte mit Wohnungsmangel und Flächenknappheit. Während Neubauprojekte oft an langen Genehmigungsverfahren scheitern, setzen immer mehr Projektentwickler auf Nachverdichtung – also die Aufstockung, Umnutzung oder Verdichtung bestehender Gebäude. Doch die Planung ist komplex: Energieeffizienz, Statik, Mietrecht und städtische Vorschriften müssen unter einen Hut gebracht werden. Hier kommen PropTech-Lösungen ins Spiel, die Prozesse digitalisieren und mit KI beschleunigen. Besonders in der Schweiz und Deutschland gibt es erste Erfolgsbeispiele, während Österreich noch aufholt.

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