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PropTech-Finanzierungslücken bremsen DACH-Immobilienmarkt
Deutsche PropTech-Scale-ups kämpfen mit strukturellem Kapitalmangel, während der Immobilieninvestmentmarkt in Deutschland und Österreich spürbar an Dynamik verliert. Institutionelle Investoren weichen auf alternative Anlageklassen aus, um Renditen zu stabilisieren. Für Asset Manager bedeutet dies verschärfte Due-Diligence-Anforderungen und neue Allokationsstrategien.
Anna Lenz
26. August 2026
Der deutsche PropTech-Sektor steht vor einer kritischen Finanzierungslücke, die insbesondere Scale-ups in der Wachstumsphase betrifft. Eine aktuelle Studie der Joachim Herz Stiftung zeigt, dass fehlende Anschlussfinanzierungen und ein Mangel an Risikokapital die Skalierung innovativer Lösungen behindern. Für Investoren resultiert daraus ein reduziertes Deal-Flow-Potenzial, da nur wenige Unternehmen die notwendige Kapitaldecke für Marktexpansion aufweisen. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb um verfügbare Mittel, was Bewertungen unter Druck setzt. Die Folgen sind bereits sichtbar: Etablierte Player konsolidieren, während Early-Stage-Startups um Überlebensfähigkeit kämpfen. [1]
Parallel dazu zeigt der deutsche Immobilieninvestmentmarkt deutliche Ermüdungserscheinungen. Das Transaktionsvolumen mit Büroimmobilien ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum spürbar eingebrochen, was auf die anhaltende Zinswende und regulatorische Unsicherheiten zurückzuführen ist. Institutionelle Investoren reagieren mit einer Neuausrichtung ihrer Portfolios, wobei Core-Immobilien in stabilen Lagen weiterhin bevorzugt werden. Für Asset Manager bedeutet dies eine Verschiebung der Allokationspräferenzen hin zu renditestarken Segmenten wie Wohnimmobilien oder spezialisierten Nutzungsformen. Die Liquidität im Markt bleibt jedoch eingeschränkt, was Exit-Strategien erschwert. [5]
Österreich folgt einem ähnlichen Trend, wenn auch mit geringerer Datenbasis. Der Immobilieninvestmentmarkt verzeichnet ebenfalls rückläufige Transaktionsvolumina, wobei institutionelle Anleger vermehrt auf defensive Strategien setzen. Im Gegensatz zu Deutschland fehlen jedoch konkrete Prognosen für die kommenden Jahre, was die Planungssicherheit für grenzüberschreitende Investoren einschränkt. Die Schweiz bleibt als stabiler Markt mit hoher institutioneller Nachfrage nach Core-Assets ein potenzieller Anker, allerdings ohne belastbare Zahlen zur aktuellen Entwicklung. Für Investoren im DACH-Raum ergibt sich daraus ein fragmentiertes Bild mit unterschiedlichen Risikoprofilen. [4]
Die aktuelle Marktlage zwingt institutionelle Investoren zur Diversifizierung ihrer Immobilienportfolios. Alternative Anlageklassen wie REITs oder Public-Private-Partnerships gewinnen an Bedeutung, da sie höhere Renditechancen bei überschaubarem Risiko bieten. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach digitalen Lösungen, die Effizienzsteigerungen in der Bewirtschaftung ermöglichen. PropTech-Scale-ups könnten hier eine Schlüsselrolle spielen – vorausgesetzt, sie erhalten ausreichend Kapital. Für Asset Manager bedeutet dies, dass technologische Innovationen stärker in die Due-Diligence-Prozesse integriert werden müssen, um langfristige Wertsteigerungspotenziale zu identifizieren. [1][2]
Die Prognosen für den deutschen Immobilieninvestmentmarkt bis 2025 deuten auf eine anhaltende Konsolidierungsphase hin. Während das Transaktionsvolumen voraussichtlich stabil bleibt, verschieben sich die Schwerpunkte hin zu renditestarken Assets. Institutionelle Investoren setzen dabei vermehrt auf Wohnimmobilien und gemischte Nutzungsformen, die eine höhere Resilienz gegenüber Marktzyklen aufweisen. Gleichzeitig steigt die Bedeutung von ESG-Kriterien, die zunehmend als Entscheidungsfaktor für Kapitalallokationen herangezogen werden. Für Asset Manager ergibt sich daraus die Notwendigkeit, Nachhaltigkeitsaspekte stärker in die Portfoliostrategie zu integrieren. [3]
Die jüngsten Entwicklungen im zweiten Quartal 2026 zeigen erste Anzeichen einer Erholung, wenn auch auf niedrigem Niveau. Das Transaktionsvolumen liegt über dem Vorjahreswert, wobei Großtransaktionen jenseits der 100-Millionen-Euro-Marke wieder an Bedeutung gewinnen. Besonders in A-Lagen deutscher Metropolen wie Hamburg ist eine spürbare Belebung zu beobachten. Für Investoren bedeutet dies, dass selektive Opportunitäten in Top-Lagen bestehen, während B- und C-Lagen weiterhin unter Druck stehen. Die Herausforderung liegt darin, die richtigen Assets zu identifizieren, die von der erwarteten Marktstabilisierung profitieren. [6]
Um die Wettbewerbsfähigkeit des DACH-Immobilienmarktes langfristig zu sichern, sind gezielte Maßnahmen erforderlich. Staatliche Förderprogramme für PropTech-Scale-ups könnten die digitale Transformation beschleunigen, während steuerliche Anreize für REITs die Liquidität im Markt erhöhen würden. Gleichzeitig sollten institutionelle Investoren Public-Private-Partnerships nutzen, um risikoreiche Projekte zu stemmen. Für Asset Manager ergibt sich daraus die Chance, durch frühzeitige Einbindung innovativer Technologien und nachhaltiger Konzepte langfristige Wertsteigerungen zu realisieren. Die aktuelle Marktlage erfordert jedoch eine präzise Risikobewertung und flexible Anpassung der Strategien. [1][7]
Hintergrund
Der DACH-Immobilienmarkt steht vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits leidet der PropTech-Sektor unter strukturellem Kapitalmangel, der die digitale Transformation der Branche bremst. Andererseits zeigt der Investmentmarkt rückläufige Transaktionsvolumina, ausgelöst durch makroökonomische Unsicherheiten und veränderte Anlegerpräferenzen. Institutionelle Investoren reagieren mit einer Neuausrichtung ihrer Portfolios, wobei alternative Anlageklassen wie REITs oder Wohnimmobilien an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig steigt der Druck auf Asset Manager, nachhaltige und technologisch innovative Lösungen in ihre Strategien zu integrieren, um langfristige Renditen zu sichern.
Quellen
- [1]Neue Studie fordert mehr Kapital für Scaleups
- [2]Finanzierungslücken bei Scale-ups | Börsen-Zeitung
- [3]Immobilien-Investmentmarkt in Deutschland - Transaktionsvolumen bis 2025| Statista
- [4]Österreich - Transaktionsvolumen Immobilieninvestments 2023 | Statista
- [5]Immobilien-Transaktionsvolumen in Europa eingebrochen | Cash.
- [6]Investmentmarktüberblick Q2 2026 | JLL
- [7]Immobilien Investitionstrends 2024: Neue & Alte Strategien für bessere Renditen – immobilien-wissen.de
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