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Scale-up-Kapitalmangel bremst PropTech-Innovation in DACH
Deutsche PropTech- und Immobilien-Scale-ups leiden unter einer strukturellen Finanzierungslücke in der Wachstumsphase. Während institutionelle Investoren geförderte Wohnimmobilien und REITs bevorzugen, bleibt das Transaktionsvolumen volatil. Für Investoren bedeutet das: Selektive Chancen bei stabilen Assetklassen, aber Risiken für die digitale Transformation des Sektors.
Anna Lenz
12. August 2026
Der deutsche Immobilienmarkt steht vor einem strukturellen Kapitalengpass, der insbesondere Scale-ups im PropTech-Sektor trifft. Eine aktuelle Studie der Joachim Herz Stiftung und UnternehmerTUM zeigt, dass nur ein geringer Anteil dieser Unternehmen Zugang zu Growth-Finanzierungen erhält. Für Investoren resultiert daraus ein zweischneidiges Szenario: Einerseits verlagern institutionelle Anleger ihr Kapital in geförderte Wohnprojekte, die durch staatliche Subventionen und Mietpreisbremse stabilere Renditeaussichten bieten. Andererseits gefährdet der Mangel an Later-Stage-Kapital die Innovationskraft des Sektors, der für die Digitalisierung des Immobilienmarkts entscheidend ist. [1][4]
Institutionelle Investoren im DACH-Raum setzen zunehmend auf geförderte Wohnimmobilien, da diese als bankable Assets gelten. Der stockende Wohnbau in Deutschland führt zu steigenden Mietpreisen, was die Attraktivität dieser Assetklasse weiter erhöht. Gleichzeitig bleibt das Transaktionsvolumen volatil, da Projektentwickler mit hohen Baukosten und regulatorischen Hürden konfrontiert sind. Für Investoren bedeutet dies: Geförderte Wohnprojekte bieten zwar stabile Cashflows, erfordern jedoch eine sorgfältige Due Diligence, um Projektrisiken zu minimieren. [2][4]
REITs gewinnen als Anlagevehikel an Bedeutung, doch regulatorische Rahmenbedingungen bremsen die Dynamik. Während der globale REIT-Markt ein beträchtliches verwaltetes Vermögen aufweist, bleibt der deutsche Markt fragmentiert. Institutionelle Investoren nutzen REITs vor allem für Diversifizierung in verschiedene Immobiliensegmente, darunter Büros, Wohngebäude und Logistikimmobilien. Für Investoren bieten REITs zwar Liquidität und Skaleneffekte, doch die Volatilität des Marktes erfordert eine langfristige Strategie. [6]
Österreich zeigt eine dynamischere Entwicklung bei geförderten Wohnprojekten, insbesondere in Wien und Graz. Ausländische Pensionskassen investieren vermehrt in diesen Markt, da die regulatorischen Rahmenbedingungen attraktiver sind als in Deutschland. REITs spielen in Österreich jedoch kaum eine Rolle, da das nationale REIT-Gesetz restriktiver ausgestaltet ist. Für Investoren bietet der österreichische Markt daher selektive Chancen, insbesondere in urbanen Zentren mit hoher Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum. [3][6]
Die Studie der Joachim Herz Stiftung empfiehlt gezielte Maßnahmen zur Stärkung der Growth-Finanzierung, darunter staatliche Co-Investments und steuerliche Anreize für Later-Stage-Fonds. Ohne solche Interventionen droht Deutschland im internationalen Wettbewerb um Innovationen im Immobiliensektor zurückzufallen. Für Investoren bedeutet dies: Während Early-Stage-Investments weiterhin attraktiv sind, fehlt es an Kapital für die Skalierung vielversprechender PropTech-Lösungen, die den Markt langfristig verändern könnten. [1]
Traditionelle Assetklassen wie Büroimmobilien verlieren an Attraktivität, da die Leerstandsquoten in deutschen Top-Städten spürbar gestiegen sind. Institutionelle Investoren weichen daher auf nachhaltige Logistikimmobilien und geförderte Wohnprojekte aus, die höhere Resilienz gegenüber Marktzyklen aufweisen. Für Investoren bedeutet dieser Paradigmenwechsel: Portfolioanpassungen sind notwendig, um langfristige Renditeziele zu erreichen. Gleichzeitig eröffnen sich Chancen in Nischenmärkten, die von der aktuellen Kapitalverlagerung profitieren. [2]
Der Kapitalmangel für Scale-ups ist nicht nur ein deutsches, sondern ein DACH-weites Problem. Während institutionelle Investoren in geförderte Wohnimmobilien und REITs investieren, bleibt die Finanzierung für Wachstumsphasen von PropTech-Unternehmen unterversorgt. Für Investoren ergibt sich daraus ein strategisches Dilemma: Einerseits bieten stabile Assetklassen sichere Renditen, andererseits fehlt es an Kapital für die Unternehmen, die den Immobilienmarkt der Zukunft prägen könnten. Ohne gezielte Maßnahmen droht die Innovationskraft des Sektors zu erodieren. [1][4]
Hintergrund
Der DACH-Immobilienmarkt durchläuft einen strukturellen Wandel, der von zwei gegenläufigen Trends geprägt ist: Einerseits verlagern institutionelle Investoren ihr Kapital in geförderte Wohnprojekte und REITs, die stabilere Renditeaussichten bieten. Andererseits leiden Scale-ups im PropTech-Sektor unter einem Mangel an Growth-Finanzierungen, was die digitale Transformation des Marktes bremst. Während Deutschland und Österreich unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen aufweisen, bleibt die Schweiz in dieser Analyse unterrepräsentiert. Für Investoren bedeutet dies: Selektive Chancen in stabilen Assetklassen, aber Risiken für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.
Quellen
- [1]Neue Studie fordert mehr Kapital für Scaleups
- [2]Immobilien-Investmentmarkt Deutschland Q4 2023 | DE | Cushman & Wakefield
- [3]Institutionelle Investoren Deutschland, Österreich, Schweiz - REBA IMMOBILIEN AG
- [4]Geförderte Wohnungen rücken in Fokus von institutionellen Investoren – immobilien investment
- [5]Immobilienmarkt 2025: Institutionelle Investoren optimistisch
- [6]REIT Data & Research: Market Trends & Analytical Insights | Nareit
- [7]2024 REIT Market Review and Performance Drivers for 2025
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