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Schweiz wird PropTech-Hotspot – doch Exits fehlen
Während deutsche PropTechs wie McMakler längst Exit-Geschichten schreiben, fließt in der Schweiz frisches Kapital in frühe Phasen. Doch warum bleiben die großen Verkäufe aus? Ein Blick hinter die Kulissen eines Ökosystems, das Investoren magisch anzieht – aber noch nicht überzeugt.
Marcus Heller
8. September 2026
Es war ein Deal, der in Zürich für Aufsehen sorgte: Properti, ein junges PropTech mit Fokus auf digitale Immobilientransaktionen, sicherte sich innerhalb von sechs Monaten gleich zweimal eine Seed-Finanzierung – insgesamt sechs Millionen Schweizer Franken. Branchenkreise sprechen von einem 'Weckruf' für den DACH-Raum. 'Das ist kein Zufall, sondern System', sagt ein informierter Investor aus dem Umfeld von Innosuisse. Die staatliche Förderagentur habe mit gezielten Programmen ein Umfeld geschaffen, in dem Gründer schneller und mutiger agieren könnten als in Deutschland oder Österreich. Doch während die Schweiz bei frühen Finanzierungen punktet, fehlt ein entscheidendes Puzzleteil: große Exits. [1][2]
Der Erfolg von Properti ist kein Einzelfall. Acceleratoren wie REACH, gerade erst zum 'PropTech Accelerator of the Year 2024' gekürt, ziehen gezielt internationale Gründer an. 'Wir sehen hier eine Konzentration von Talenten, die es so in München oder Wien nicht gibt', berichtet ein Teilnehmer des Programms. Der Fokus liege auf Smart-Building-Lösungen und digitalen Transaktionsplattformen – Bereiche, in denen die Schweiz traditionell stark ist. Doch während in Deutschland Übernahmen wie die von McMakler für Schlagzeilen sorgen, bleibt der Schweizer Markt bei Exits auffallend still. 'Die Investoren warten noch auf den ersten großen Deal', sagt ein Branchenkenner. 'Das könnte das Ökosystem entweder beflügeln – oder enttäuschen.' [4][7]
Dabei ist das Interesse an Schweizer PropTechs ungebrochen. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Seed-Runden fallen hier deutlich üppiger aus als in Deutschland oder Österreich. 'Die Investoren vertrauen dem Schweizer Markt – aber sie wollen auch sehen, dass die Startups skalieren können', erklärt ein Analyst. Doch genau hier liegt der Knackpunkt. Während deutsche PropTechs oft von großen Immobilienkonzernen übernommen werden, fehlen in der Schweiz vergleichbare Käufer. 'Die Branche ist noch zu fragmentiert', sagt ein Gründer. 'Es gibt viele kleine Player, aber keine, die bereit sind, Milliarden für eine Übernahme in die Hand zu nehmen.' [1][7]
Ein weiterer Faktor spielt der Schweiz in die Karten: die staatliche Förderung. Innosuisse unterstützt PropTechs mit gezielten Programmen, die von Coaching bis zu finanziellen Zuschüssen reichen. 'Das ist ein Game-Changer', sagt ein Gründer, der selbst von den Fördergeldern profitiert hat. 'In Deutschland muss man sich oft durch einen Dschungel von Förderanträgen kämpfen. Hier geht es schneller und unbürokratischer.' Doch trotz aller Vorteile bleibt die Frage: Wann kommt der erste große Exit? 'Die Investoren werden ungeduldig', sagt ein Brancheninsider. 'Wenn in den nächsten 18 Monaten nichts passiert, könnte das Kapital wieder abfließen.' [2][4]
Doch nicht alle sind pessimistisch. Einige Beobachter sehen in der aktuellen Situation sogar eine Chance. 'Die Schweiz hat die Möglichkeit, ein echtes PropTech-Ökosystem aufzubauen – nicht nur für frühe Phasen, sondern auch für spätere Runden', sagt ein Investor. 'Wenn es gelingt, die richtigen Käufer anzuziehen, könnte der Markt explodieren.' Ein Beispiel dafür ist der REACH Accelerator, der gezielt internationale Investoren anlockt. 'Wir sehen hier ein großes Potenzial', sagt ein Sprecher des Programms. 'Die Schweiz hat alles, was es braucht – jetzt muss sie nur noch liefern.' [4][7]
Ein Blick nach Österreich zeigt, dass die Schweiz nicht allein ist. Auch dort wächst das Interesse an PropTech, allerdings mit einem anderen Fokus. 'In Österreich geht es vor allem um nachhaltige Lösungen', sagt ein Gründer. 'Die Schweiz setzt eher auf digitale Transaktionen und Smart Buildings.' Doch während Österreich noch in den Kinderschuhen steckt, hat die Schweiz bereits eine klare Position: Sie ist der Innovationsmotor für frühe PropTech-Phasen im DACH-Raum. 'Die Frage ist nur, ob sie diese Position halten kann', sagt ein Analyst. 'Dafür braucht es mehr als nur Geld – es braucht auch Erfolge.' [7]
Die nächsten Monate werden entscheidend sein. Sollte es einem Schweizer PropTech gelingen, einen großen Exit zu landen, könnte das den Markt grundlegend verändern. 'Dann würden plötzlich alle auf die Schweiz schauen', sagt ein Investor. 'Und das Kapital würde in Scharen fließen.' Doch bis dahin bleibt die Schweiz ein spannender, aber unsicherer Markt. 'Es ist wie bei einem Pokerspiel', sagt ein Branchenkenner. 'Die Schweiz hat gute Karten – aber sie muss sie auch ausspielen.' [1][7]
Hintergrund
Die Schweiz etabliert sich als führender Standort für PropTech-Startups im DACH-Raum, getrieben von hohen Seed-Finanzierungen und starken Accelerator-Programmen wie REACH. Während Deutschland bei Exits und Skalierung vorne liegt, punktet die Schweiz mit einem innovationsfreundlichen Umfeld und staatlicher Förderung. Doch das Fehlen großer Exit-Meldungen wirft Fragen auf: Kann das Ökosystem langfristig Investoren überzeugen, oder bleibt es ein Spielplatz für frühe Phasen?
Quellen
- [1]Sechs Monate nach der ersten Seed-Finanzierung: 6 Millionen für das PropTech Properti – ein positives Signal für andere Startups | MoneyToday
- [2]Properti erhält weitere sechs Millionen Seed-Kapital
- [3]Proptech Archives - Fintech Schweiz Digital Finance News - FintechNewsCH
- [4]REACH Accelerator | PropTech Accelerator of the Year-2024
- [5]Proptech Accelerator Program: Global - Funds for Companies
- [6]Proptech Accelerator Program: Waitlist - Startup Wise Guys
- [7]Die größten und wichtigsten Startup-Exits des Jahres 2023 - deutsche-startups.de
- [8]Proptech
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