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Soluto: Warum Tauros auf Sanierung setzt
Ein österreichisches PropTech-Scale-up sichert sich eine siebenstellige Finanzierung – ohne Anteilsabgabe. Doch was steckt hinter dem ungewöhnlichen Deal, der den DACH-Sanierungsmarkt aufmischt? Und warum investiert ein Beteiligungsgeber gleich zweimal in dasselbe Start-up?
Marcus Heller
23. Juli 2026
Es ist ein Deal, der in der Wiener PropTech-Szene für Gesprächsstoff sorgt: Soluto, das 2017 aus einem 70 Jahre alten Bauunternehmen hervorging, hat sich erneut eine siebenstellige Finanzierung von Tauros Capital gesichert. Diesmal geht es nicht nur um Geld, sondern um ein Modell, das klassische Beteiligungslogik auf den Kopf stellt. Statt Anteile abzugeben, partizipiert Tauros am Umsatzwachstum des Sanierungsspezialisten. Ein Novum in einer Branche, die sonst auf Eigenkapital und Exit-Szenarien fixiert ist. Branchenkreise sehen darin einen Testballon für Revenue-Based Financing im DACH-Raum – besonders in Nischen wie der Gebäudesanierung, wo lange Amortisationszeiten Investoren abschrecken. [1][3]
Martin Zagler, Gründer und Eigentümer von Soluto, hat das Unternehmen in den letzten Jahren systematisch umgebaut. Aus einem traditionellen Handwerksbetrieb wurde ein Franchise-Netzwerk, das Schadenssanierung mit digitalen Tools verbindet. Wasserschäden, Brandfolgen, Energieeffizienzmaßnahmen – die Palette ist breit, doch der Clou liegt in der Software. Während viele Sanierungsfirmen noch mit Zettelwirtschaft arbeiten, setzt Soluto auf digitale Gebäudetechnik und Schadensmanagement-Tools. Das überzeugt offenbar auch Tauros Capital, das bereits 2023 erstmals investierte und nun nachlegt. Ein seltener Vertrauensbeweis in einem Markt, der sonst auf schnelle Skalierung und noch schnellere Exits setzt. [1][3]
Tauros Capital spielt in einer eigenen Liga. Der österreichische Investor setzt auf Revenue-Based Financing – ein Modell, das in den USA längst etabliert ist, im DACH-Raum aber noch Exotenstatus hat. Statt Anteile zu übernehmen, kassiert Tauros einen Anteil am Umsatz, bis eine vorher vereinbarte Summe zurückgezahlt ist. Für Soluto bedeutet das: Keine Verwässerung, keine Exit-Druck, aber auch keine klassische „Patient Capital“-Strategie. Informierte Personen aus dem Umfeld des Investors bestätigen, dass das Modell besonders für Unternehmen mit stabilen Cashflows attraktiv ist – genau das, was Sanierungsfirmen mit langfristigen Kundenbeziehungen bieten. [3][8]
Die Expansion in den DACH-Raum steht im Mittelpunkt der neuen Finanzierung. Soluto will sein Franchise-Netzwerk ausbauen und die Digitalisierung vorantreiben. Ein kluger Schachzug, denn der Sanierungsmarkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist fragmentiert – viele kleine Player dominieren, während digitale Lösungen Mangelware sind. Branchenbeobachter sehen hier ein enormes Potenzial, besonders bei Bestandsgebäuden, die energetisch saniert werden müssen. Tauros Capital scheint das ähnlich zu sehen: Die zweite Finanzierungsrunde innerhalb kurzer Zeit spricht für eine langfristige Strategie, nicht für kurzfristige Rendite. [3][6]
Doch warum setzt Tauros ausgerechnet auf Soluto? Die Antwort liegt im Geschäftsmodell. Sanierung ist krisensicher – Wasserschäden, Brände oder Schimmel treten unabhängig von Konjunkturzyklen auf. Gleichzeitig sind die Margen stabil, und die Kundenbindung ist hoch. Für einen Investor, der auf Revenue-Based Financing setzt, sind das ideale Voraussetzungen. Zudem hat Soluto bewiesen, dass es traditionelles Handwerk mit digitalen Lösungen verbinden kann. Ein Alleinstellungsmerkmal in einem Markt, der sonst von analogen Prozessen geprägt ist. [1][3]
Die Finanzierung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem der PropTech-Markt insgesamt unter Druck steht. Viele Start-ups kämpfen mit sinkenden Bewertungen und zögerlichen Investoren. Doch während andere Sektoren wie Co-Working oder Smart Home mit Wachstumsschmerzen zu kämpfen haben, zeigt Soluto, dass Nischen mit klaren Cashflows weiterhin attraktiv sind. Tauros Capital nutzt diese Dynamik und setzt auf ein Modell, das in den USA bereits Schule gemacht hat: Wachstumskapital ohne Anteilsabgabe. Ob das im DACH-Raum Schule macht, wird sich zeigen – doch der Deal mit Soluto könnte ein Präzedenzfall werden. [4][6]
Für institutionelle Investoren ist der Fall Soluto ein interessanter Lackmustest. Revenue-Based Financing könnte eine Brücke schlagen zwischen klassischen Private-Equity-Modellen und den Bedürfnissen von Scale-ups, die keine Anteile abgeben wollen. Besonders im Sanierungsmarkt, wo langfristige Kundenbeziehungen und stabile Cashflows dominieren, könnte das Modell Schule machen. Tauros Capital hat mit Soluto jedenfalls einen Partner gefunden, der beides kann: Handwerk und Digitalisierung. Und das in einer Branche, die sonst eher langsam tickt. [3][8]
Hintergrund
Der DACH-PropTech-Markt steht vor einem Paradigmenwechsel. Während klassische Venture-Capital-Modelle an Strahlkraft verlieren, gewinnen alternative Finanzierungsformen wie Revenue-Based Financing an Bedeutung. Besonders im Sanierungssektor, wo langfristige Kundenbeziehungen und stabile Cashflows dominieren, könnten solche Modelle eine Lücke schließen. Soluto und Tauros Capital zeigen, wie das funktionieren kann – ohne Anteilsabgabe, aber mit klaren Wachstumsambitionen. Für Investoren könnte das ein Signal sein, genauer auf Nischen zu schauen, die sonst unter dem Radar bleiben.
Quellen
- [1]Soluto: Millionenfinanzierung von Tauros Capital für Sanierungsfirma
- [2]TGA | Soluto: Siebenstelliges Investment für Schadensanierer
- [3]TAUROS Capital | Wachstumskapital ohne Anteilsabgabe
- [4]173+ Funded PropTech Startups 2026 | Verified Contacts & Funding Data - Growth List
- [5]Directory of Top VC Firms Backing PropTech Startups
- [6]2024 Proptech Venture Capital Report — CRETI
- [7]Tauros Capital Portfolio Investments, Tauros Capital Funds, Tauros Capital Exits
- [8]TAUROS Capital
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