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Wenn Wohnungsfirmen zu Tech-Playern werden

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Digitalisierung & Software

Wenn Wohnungsfirmen zu Tech-Playern werden

Die LEG lädt im September nach Düsseldorf – nicht zum Mietertreff, sondern zum PropTech-Gipfel. Was dort hinter verschlossenen Türen verhandelt wird, zeigt: Die Branche baut eigene Software oder kauft sie ein, um nicht von der Digitalisierung überrollt zu werden. Doch wer macht das Rennen?

Marcus Heller

19. September 2026

Es ist ein Dienstagmorgen in Düsseldorf, Flughafenstraße 99. Vor dem LEG-Hauptquartier parken keine Umzugswagen, sondern Teslas mit PropTech-Logos. Drinnen, zwischen Kaffeetassen und Whiteboards, sitzen Wohnungsmanager neben KI-Entwicklern. Der Anlass: PropTech x Wohnungswirtschaft, ein Branchentreff, der seit Wochen in den Kalendern der Digitalverantwortlichen rot markiert ist. Warum? Weil hier nicht über Mietspiegel diskutiert wird, sondern darüber, wie man 4.300 Mitgliedsunternehmen des VDIV mit einer einzigen Plattform vernetzt. Die Botschaft ist klar: Wer seine Daten nicht digitalisiert, verliert den Anschluss – und vielleicht bald auch seine Mieter. [1][7]

Die Herausforderung liegt nicht in der Technik, sondern in den Köpfen. Branchenkreise berichten, dass viele Wohnungsunternehmen noch immer mit Excel-Listen und Aktenordnern arbeiten – während PropTech-Anbieter wie Groenewold IT Solutions längst Mieterportale entwickeln, die Objekt-, Miet- und Vorgangsdaten in Echtzeit verknüpfen. „Die Daten liegen heute getrennt, aber die Prozesse hängen zusammen“, sagt ein Entwickler aus Ostfriesland, der seit Jahren Verwaltungssoftware für die Branche baut. Sein Credo: „Wer seine Mieter digital abholt, spart nicht nur Papier, sondern auch Nerven – und das merken die Mieter.“ [2]

Doch nicht jedes Unternehmen will oder kann selbst programmieren. Hier kommen Player wie Vention ins Spiel, die mit DACH-Fokus maßgeschneiderte Lösungen anbieten – von Cloud-Plattformen bis zu KI-Tools. „Die Nachfrage nach integrierten Systemen steigt spürbar“, verrät eine informierte Person aus dem Umfeld des Anbieters. Besonders gefragt: DATEV-Exporte für die Buchhaltung und digitale Mietverträge mit elektronischer Signatur. In Österreich und der Schweiz, wo die Regulierung strenger ist, setzen Unternehmen zudem auf KI-gestützte ESG-Beratung, etwa für Sanierungs-Checks oder Wärmepumpen-Planung. Ein Tool wie reduco.ai zeigt, wie das funktioniert: Mit wenigen Klicks lassen sich Gebäude analysieren und Modernisierungsvorschläge generieren – ohne teure Gutachter. [3][4][6]

Die Krux liegt im Detail: Viele Lösungen sind Insellösungen. Der VDIV fordert deshalb offene Plattformen, die verschiedene Softwareanbieter miteinander verknüpfen. „Interoperabilität ist das Zauberwort“, sagt ein Verbandsvertreter. „Nur so lassen sich Prozesse branchenweit standardisieren.“ Ein Beispiel: Die Plattform immocloud wirbt mit einer 45-tägigen Testphase – genug Zeit, um zu prüfen, ob die Software mit bestehenden Systemen harmoniert. Doch nicht alle Anbieter spielen mit. „Manche PropTechs wollen ihre Kunden in geschlossenen Ökosystemen halten“, warnt ein Branchenkenner. „Das ist kurzsichtig.“ [6][7]

KI ist dabei kein Hype, sondern ein Werkzeugkasten. Laut einer aktuellen Analyse gibt es fünf Use Cases, die echten Mehrwert bringen – etwa die Automatisierung von Nebenkostenabrechnungen oder die Vorhersage von Leerständen. „KI ersetzt keine Sachbearbeiter, aber sie entlastet sie von Routineaufgaben“, erklärt ein Berater, der Unternehmen bei der Integration unterstützt. Besonders im Fokus: Tools, die Wartungskosten senken und die Performance von Gebäuden steigern. Ein Wohnungsunternehmen aus Berlin hat beispielsweise ein KI-System eingeführt, das Heizungsausfälle vorhersagt – und so teure Notfalleinsätze vermeidet. [5]

Doch die Digitalisierung hat auch Schattenseiten. „Viele Unternehmen unterschätzen den Aufwand“, sagt ein IT-Leiter, der seit Jahren Wohnungsfirmen berät. „Man kann nicht einfach eine Software kaufen und hoffen, dass alles läuft.“ Besonders kritisch: die Datenqualität. „Wenn die Stammdaten veraltet sind, bringt auch die beste KI nichts.“ Ein weiteres Problem: die Skepsis der Mitarbeiter. „Viele Sachbearbeiter fürchten, dass sie durch Algorithmen ersetzt werden“, so der Experte. Dabei gehe es nicht um Jobabbau, sondern um Jobveränderung – weg von der Zettelwirtschaft, hin zur strategischen Steuerung. [2][5]

Am Ende geht es um eines: Wettbewerbsfähigkeit. Wer heute noch mit Faxgeräten und Aktenordnern arbeitet, wird morgen keine Mieter mehr finden – zumindest keine, die bereit sind, für veraltete Prozesse höhere Mieten zu zahlen. Die LEG hat das erkannt und setzt auf digitale Mieterservices, von der Schadensmeldung per App bis zur digitalen Hausversammlung. „Die Branche steht vor einem Paradigmenwechsel“, sagt ein Teilnehmer des PropTech-Gipfels. „Wer jetzt nicht investiert, wird später teuer nachrüsten müssen.“ Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie schnell. [1]

Hintergrund

Im DACH-Raum treiben vor allem große Wohnungsunternehmen wie die LEG die Digitalisierung voran, während kleinere Verwalter oft auf externe PropTech-Partner setzen. Die Herausforderung liegt in der Fragmentierung: Viele Lösungen sind nicht kompatibel, und der VDIV fordert branchenweite Standards. Besonders in Österreich und der Schweiz, wo ESG-Regularien strenger sind, setzen Unternehmen auf KI-Tools für Sanierungsplanung und Energieeffizienz. Die Nachfrage nach integrierten Plattformen steigt – doch der Weg zur digitalen Verwaltung ist noch lang.

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