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Zagreb zeigt, wie Robotaxis Städte verändern

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Digitalisierung & Software

Zagreb zeigt, wie Robotaxis Städte verändern

Während der DACH-Raum noch über Pilotprojekte diskutiert, prescht Zagreb vor: Die kroatische Hauptstadt plant als erste europäische Stadt den kommerziellen Einsatz von Robotaxis. Was das für Immobilienentwickler und Smart-City-Strategien bedeutet – und warum deutsche Autobauer lieber in Abu Dhabi testen.

Marcus Heller

28. März 2026

Es ist ein Dienstagmorgen in Zagreb, und während in München noch über die Zulassung autonomer Shuttles debattiert wird, rollt hier bereits die Zukunft an. Die Stadt plant als erste in Europa den kommerziellen Betrieb von Robotaxis – ein Präzedenzfall, der Branchenkreise elektrisiert. „Das ist kein Testbetrieb mehr, sondern ein regulierter Dienst im öffentlichen Raum“, sagt eine informierte Person aus dem kroatischen Verkehrsministerium. Die Technologie dahinter? Eine Mischung aus KI-gestützter Software, hochauflösenden Sensoren und einer digitalen Infrastruktur, die Echtzeitdaten verarbeitet. Für Immobilienentwickler im DACH-Raum könnte das ein Weckruf sein: Wenn Robotaxis Parkflächen überflüssig machen, wird plötzlich Platz frei – für Wohnungen, Büros oder Grünflächen. [1]

Doch was genau ist ein Robotaxi? Die Definition klingt simpel, die Umsetzung ist es nicht. Es handelt sich um autonome Fahrdienste, die ohne menschlichen Fahrer auskommen – aber nicht als Einzeltechnologie, sondern als Teil einer Mobilitätsinfrastruktur. „Robotaxis sind regulierte Systeme, die sich in bestehende Verkehrskonzepte einfügen müssen“, erklärt ein Branchenexperte. In Zagreb soll das durch eine enge Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung gelingen, die digitale Schnittstellen für die Fahrzeuge schafft. Im Gegensatz dazu kämpfen deutsche Städte noch mit der Frage, wie solche Dienste überhaupt genehmigt werden können. Die DSGVO und strenge Datenschutzbestimmungen bremsen hierzulande viele Projekte aus, bevor sie richtig starten. [1]

Während Zagreb vorprescht, setzt Mercedes-Benz auf einen anderen Spielplatz: Abu Dhabi. Dort startet der DAX-Konzern 2025 mit autonomen S-Klasse-Limousinen als Robotaxis – ein klares Signal, dass die etablierten Autobauer die Technologie nicht den Tech-Firmen überlassen wollen. „Mercedes hat erkannt, dass das Geschäft mit autonomen Fahrdiensten lukrativer sein könnte als der Verkauf einzelner Fahrzeuge“, sagt ein Insider. Doch der Fokus auf internationale Märkte wirft Fragen auf: Warum testet ein deutscher Hersteller nicht in Deutschland? Die Antwort liegt in der Regulierung. Während Abu Dhabi schnelle Genehmigungen erteilt, dauern ähnliche Prozesse in der EU Jahre. [2]

Für die Immobilienwirtschaft könnte der Aufstieg der Robotaxis ein Game-Changer sein. „Wenn Fahrzeuge autonom fahren und nicht mehr parken müssen, entfällt ein großer Teil der Stellflächen in Innenstädten“, erklärt ein PropTech-Experte aus der Schweiz. Dort gibt es bereits 429 Unternehmen, die sich mit der Digitalisierung der Branche beschäftigen – doch Robotaxis spielen in ihren Konzepten bisher kaum eine Rolle. Dabei wäre die Technologie ein perfekter Baustein für Smart-City-Projekte: Sie verbindet IoT-Sensoren, KI-gestützte Verkehrssteuerung und nachhaltige Mobilitätskonzepte. „Die Schweiz hat die Infrastruktur, aber es fehlt der politische Wille“, sagt ein Branchenkenner. [4][7]

Doch nicht nur die Immobilienbranche muss sich anpassen. Auch die Stadtplanung steht vor einem Paradigmenwechsel. Wenn Robotaxis rund um die Uhr verfügbar sind, könnte der Individualverkehr deutlich sinken – und damit auch der Bedarf an Straßen. „Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die Flächennutzung“, sagt ein Stadtentwickler. In Wien und Zürich experimentiert man bereits mit IoT-basierten Smart-City-Lösungen, doch autonome Fahrdienste sind noch Zukunftsmusik. „Die Technologie ist da, aber die Umsetzung scheitert oft an bürokratischen Hürden“, so ein Insider. Dabei wäre gerade der DACH-Raum prädestiniert für solche Projekte: gut ausgebaute digitale Netze, eine starke Automobilindustrie und eine hohe Nachfrage nach nachhaltigen Mobilitätslösungen. [4][6]

Die Frage ist nicht mehr, ob Robotaxis kommen, sondern wann. Marktprognosen gehen von einem deutlichen Wachstum bis 2034 aus – und Zagreb könnte der Startschuss für Europa sein. „Die Stadt zeigt, dass es möglich ist, wenn Politik, Technologie und Verwaltung an einem Strang ziehen“, sagt ein Beobachter. Für den DACH-Raum bedeutet das: Wer jetzt nicht in digitale Infrastruktur investiert, könnte bald abgehängt werden. Denn eines ist klar: Autonome Fahrdienste werden nicht nur die Mobilität verändern, sondern auch die Art, wie wir Städte bauen – und nutzen. [1][5]

Doch es gibt auch Skeptiker. „Robotaxis sind kein Selbstläufer“, warnt ein Branchenexperte. „Die Technologie ist komplex, die Regulierung unklar, und die gesellschaftliche Akzeptanz muss erst noch wachsen.“ In Deutschland gibt es zwar Pilotprojekte, etwa in Berlin oder München, doch ein kommerzieller Betrieb ist noch in weiter Ferne. „Die Deutschen lieben ihre Autos – aber ob sie sie auch teilen wollen, wenn sie autonom fahren, ist eine andere Frage“, sagt ein Insider. Fest steht: Zagreb hat den ersten Schritt gewagt. Jetzt liegt es am DACH-Raum, ob er folgen will – oder ob er sich weiter in Testphasen verliert. [1][6]

Hintergrund

Der DACH-Raum gilt als Vorreiter in Sachen PropTech und Smart-City-Initiativen, doch beim Thema Robotaxis hinkt die Region hinterher. Während Zagreb als erste europäische Stadt den kommerziellen Betrieb plant, stecken Deutschland, Österreich und die Schweiz noch in der Testphase. Die Gründe sind vielfältig: strenge Regulierung, Datenschutzbedenken und eine zögerliche Politik. Gleichzeitig treiben lokale Player wie Mercedes-Benz die Technologie voran – allerdings vorerst im Ausland. Für Immobilienentwickler und Stadtplaner könnte der Aufstieg der Robotaxis eine Chance sein, Flächen neu zu denken und nachhaltigere Mobilitätskonzepte zu etablieren.

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