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DACH-Immobilienmarkt 2024: Mittelabflüsse bremsen Transaktionen
Offene Immobilienfonds verzeichnen weiterhin Mittelabflüsse, während institutionelle Investoren ihre Allokationen reduzieren. Der deutsche Markt bleibt unter Druck, doch Zinssenkungserwartungen könnten die Dynamik in der zweiten Jahreshälfte beleben. Für Investoren bedeutet das selektive Chancen in Wohn- und Logistiksegmenten.
Anna Lenz
14. Oktober 2026
Der deutsche Immobilienmarkt steht 2024 vor strukturellen Herausforderungen, die sich in anhaltenden Mittelabflüssen aus offenen Immobilienfonds manifestieren. Diese Entwicklung ist primär auf regulatorische Anpassungen und eine Neubewertung von Risiken zurückzuführen, die seit 2022 zu einer kontinuierlichen Kapitalumschichtung führen. Für Investoren resultiert daraus ein reduziertes Angebot an Core-Immobilien, insbesondere in den Segmenten Büro und Wohnen. Die Preiskorrektur ist noch nicht abgeschlossen, was die Unsicherheit auf dem Transaktionsmarkt verstärkt. Institutionelle Akteure wie Versicherungen und Pensionskassen reagieren mit einer Reduzierung ihrer Immobilienquoten, was das Transaktionsvolumen zusätzlich dämpft. [1][2]
Das Transaktionsvolumen in Deutschland liegt im zweiten Quartal 2024 spürbar unter dem langfristigen Durchschnitt. Diese Entwicklung ist eng mit der zögerlichen Rückkehr institutioneller Investoren verknüpft, die ihre Strategien angesichts hoher Baukosten und sinkender Mietrenditen anpassen. Besonders betroffen sind Projektentwicklungen, deren Attraktivität durch die aktuellen Marktbedingungen deutlich eingeschränkt ist. Gleichzeitig deuten Zinssenkungserwartungen auf eine mögliche Belebung in der zweiten Jahreshälfte hin, sollten sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen verbessern. Für Investoren bleibt die Selektion von Standorten und Segmenten entscheidend. [2][6]
Institutionelle Investoren zeigen eine klare Präferenz für Umschichtungen in Richtung Wohnimmobilien und Logistik. Diese Segmente profitieren von einer stabilen Nachfrage und gelten als weniger zyklisch im Vergleich zu Büroflächen. Gleichzeitig ziehen sich viele Akteure aus direkten Immobilienanlagen zurück und bevorzugen alternative Asset-Klassen oder liquideren Märkte wie Nordamerika und Asien. Diese Verschiebung spiegelt sich in den Allokationsstrategien wider, die zunehmend auf Diversifikation und Risikominimierung ausgerichtet sind. Für Asset Manager bedeutet das eine Neuausrichtung ihrer Portfolios. [4][5]
Der Büromarkt in Deutschland bleibt unter besonderem Druck, da sich die Leerstandsquoten in den Top-Standorten auf einem erhöhten Niveau bewegen. Diese Entwicklung ist nicht nur auf konjunkturelle Faktoren zurückzuführen, sondern auch auf strukturelle Veränderungen wie die Zunahme von Homeoffice und flexiblen Arbeitsmodellen. Institutionelle Investoren reagieren mit einer vorsichtigen Haltung, da die langfristige Nachfrage nach Büroflächen unsicher bleibt. Gleichzeitig bieten sich Chancen in Nischenmärkten, die von spezifischen Standortvorteilen oder modernen Gebäudekonzepten profitieren. Für Investoren ist eine detaillierte Due Diligence unerlässlich. [6]
Österreichs Immobilienmarkt ist weniger von Mittelabflüssen aus offenen Fonds betroffen, da diese Anlageform hier eine geringere Rolle spielt. Dennoch zeigt sich ein spürbarer Rückgang der Transaktionen, der auf den Rückzug internationaler Investoren zurückzuführen ist. Wohnimmobilien bleiben stabil, während Büroflächen in den urbanen Zentren unter Druck geraten. Diese Entwicklung spiegelt die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit wider, die Investoren zu einer vorsichtigen Haltung veranlasst. Für Asset Manager bedeutet das eine Fokussierung auf defensive Segmente mit stabilen Cashflows. [3]
Die Schweiz profitiert von ihrer Rolle als Safe Haven, was sich in stabilen Mieten und einer hohen Nachfrage nach Wohnimmobilien in den Metropolen zeigt. Institutionelle Investoren wie Pensionskassen halten ihre Allokationen in diesem Segment weitgehend stabil, da die makroökonomischen Rahmenbedingungen als robust gelten. Gleichzeitig bleibt der Markt für Büroimmobilien selektiv, wobei moderne und nachhaltige Gebäude bevorzugt werden. Für Investoren bietet die Schweiz damit eine attraktive Kombination aus Stabilität und langfristigen Renditechancen. Die Selektion von Standorten und Objekten bleibt jedoch entscheidend. [4]
Die Erwartung von Zinssenkungen ab 2024 könnte zu einer Belebung des Transaktionsmarktes führen, sofern sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen verbessern. Institutionelle Investoren zeigen bereits erste Anzeichen einer Rückkehr, insbesondere in Segmente mit stabilen Cashflows wie Wohnen und Logistik. Gleichzeitig bleibt die Preiskorrektur in einigen Märkten noch nicht abgeschlossen, was für Investoren sowohl Risiken als auch Chancen bietet. Für Asset Manager bedeutet das eine verstärkte Fokussierung auf Due Diligence und eine selektive Allokation von Kapital. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich der vorsichtige Optimismus bestätigt. [2]
Hintergrund
Der DACH-Immobilienmarkt steht 2024 vor einer Phase der Neuorientierung, die durch anhaltende Mittelabflüsse aus offenen Immobilienfonds und eine zögerliche Rückkehr institutioneller Investoren geprägt ist. Während Deutschland mit strukturellen Herausforderungen wie hohen Baukosten und sinkenden Mietrenditen konfrontiert ist, zeigen Österreich und die Schweiz unterschiedliche Dynamiken. Die Schweiz profitiert von ihrer stabilen Wirtschaftslage, während Österreich mit einem Rückzug internationaler Investoren kämpft. Für Investoren bedeutet das eine selektive Herangehensweise mit Fokus auf defensive Segmente und langfristige Wertentwicklung.
Quellen
- [1]Weiterhin Mittelabflüsse: Zur aktuellen Lage der offenen Immobilienfonds
- [2]Krise am deutschen Immobilienmarkt 2024 noch nicht vollständig überwunden – ImmoFokus
- [3]Wohnimmobilienmarkt: Institutionelle Investoren kehren zurück
- [4]Immobilieneigentum verlagert sich auf Institutionelle - portfolio institutionell
- [5]Immobilien-Umfrage 2024: Investoren wollen umschichten – Nordamerika und Asien sowie Wohnen und Logistik im Aufwind
- [6]Real estate investment market Germany Q2 2024 | DE | Cushman & Wakefield
- [7]REIT Data & Research: Market Trends & Analytical Insights | Nareit
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