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Wie Fütterer mit KI Gebäude klimaneutral macht
Johannes Fütterer redet nicht nur über Nachhaltigkeit – er baut die Technologie, die Immobilienportfolios wirklich dekarbonisiert. Sein Kölner PropTech Aedifion zeigt, warum die Branche jetzt Daten braucht, um ESG-Vorgaben zu erfüllen. Ein Blick hinter die Kulissen eines Game-Changers.
Marcus Heller
27. Juli 2026
Es war ein Gespräch im Kölner Büro, das alles veränderte. Ein großer Asset Manager stand vor einem Problem: Seine Gebäude fraßen zu viel Energie, doch niemand wusste genau, wo die Verschwendung begann. Johannes Fütterer, promovierter Maschinenbauer und Gründer von Aedifion, hörte zu – und schlug vor, was viele für unmöglich hielten. Statt teurer Sanierungen setzte er auf Daten. Seine KI-Plattform sollte die Betriebsdaten der Gebäudeautomation auswerten und Einsparpotenziale aufdecken. Das Ergebnis? Der Manager sparte nicht nur Kosten, sondern erfüllte plötzlich ESG-Vorgaben, die zuvor wie ein unüberwindbarer Berg wirkten. Fütterer hatte bewiesen: Die Zukunft der Immobilienbranche liegt nicht in Beton, sondern in Bits und Bytes. [6][7]
Fütterers Karriere begann nicht in der Immobilienwirtschaft, sondern an der RWTH Aachen. Dort promovierte er in Gebäudesystemtechnik – ein Thema, das damals noch als Nischendisziplin galt. Doch der Ingenieur sah früh, was heute alle umtreibt: Gebäude sind für einen erheblichen Teil der CO₂-Emissionen verantwortlich. Während andere noch über Dämmstoffe diskutierten, entwickelte Fütterer 2017 mit Aedifion eine Cloud-Lösung, die Gebäude in Echtzeit optimiert. „Wir verbinden Ingenieurswissen mit IT-Expertise“, erklärt er im THE PROPERTY Podcast. „Das ist der Schlüssel, um Bestandsgebäude klimaneutral zu machen.“ Sein Ansatz: Statt Hardware zu verkaufen, liefert Aedifion Software, die bestehende Systeme intelligenter steuert. [2][5]
Die DACH-Region ist für Fütterers Mission ein perfekter Markt – und ein harter Brocken zugleich. In Deutschland zwingt die GEG-Novelle Immobilienunternehmen, ihre Portfolios energieeffizienter zu gestalten. In Österreich und der Schweiz setzen Regierungen auf Klimaneutralität bis 2040 bzw. 2050. Doch der Großteil der Gebäude ist alt und schlecht isoliert. „Sanieren allein reicht nicht“, sagt Fütterer. „Wir müssen die Technik, die schon da ist, klüger nutzen.“ Aedifions Plattform analysiert Heizung, Lüftung und Kühlung – und passt sie dynamisch an. Das spart nicht nur Energie, sondern auch Betriebskosten. Ein Asset Manager aus Frankfurt berichtete Branchenkreisen zufolge, dass er durch die Optimierung eines Bürogebäudes die CO₂-Emissionen um ein Drittel reduzierte – ohne einen einzigen Stein zu bewegen. [3][7]
Doch Fütterers Weg war nicht immer einfach. Als er Aedifion gründete, galt PropTech noch als Spielwiese für Startups. Viele Investoren zweifelten, ob die Branche bereit für datengetriebene Lösungen war. „Die ersten Gespräche mit Asset Managern waren ernüchternd“, erinnert er sich im DIGITALWERK Podcast. „Die meisten wollten erstmal abwarten.“ Doch dann kam der Druck durch ESG-Regularien – und plötzlich stand Aedifion im Rampenlicht. Heute zählt das Unternehmen zu den gefragtesten Adressen für nachhaltige Gebäudesteuerung. Mit nur 11 bis 50 Mitarbeitern zeigt Fütterer, dass Größe nicht alles ist. „Wir sind ein kleines Team, aber wir denken groß“, sagt er. „Unser Ziel ist es, die Immobilienbranche zu verändern – ein Gebäude nach dem anderen.“ [4][6]
Fütterers Einfluss reicht weit über Köln hinaus. Als Mitglied im PropTech Powerhouse e.V., einem Netzwerk für digitale Immobilienlösungen, prägt er die Debatte über die Zukunft der Branche. „Die Digitalisierung ist kein Nice-to-have mehr“, betont er. „Sie ist die Voraussetzung, um die Klimaziele zu erreichen.“ Sein Unternehmen arbeitet mit Asset Managern zusammen, die ihre Portfolios ESG-konform gestalten müssen. Dabei setzt Aedifion auf Transparenz: Die Plattform zeigt nicht nur Einsparpotenziale, sondern auch, wie sich Maßnahmen auf die CO₂-Bilanz auswirken. „Unsere Kunden wollen nicht nur Zahlen sehen“, sagt Fütterer. „Sie wollen wissen, dass sie etwas bewegen.“ [2][7]
Doch Fütterer denkt schon weiter. Während andere PropTechs noch über Smart Buildings diskutieren, arbeitet Aedifion an der nächsten Stufe: der Vernetzung von Gebäuden. „Die Wärmeversorgung wird intelligenter, weil sie vernetzter ist“, erklärt er. „Statt jedes Gebäude einzeln zu betrachten, müssen wir Quartiere und Städte als System verstehen.“ Sein Team entwickelt Algorithmen, die den Energieaustausch zwischen Gebäuden optimieren – etwa indem Überschusswärme eines Rechenzentrums ein benachbartes Bürogebäude heizt. „Das ist die Zukunft“, sagt Fütterer. „Und sie beginnt jetzt.“ [3][6]
Was treibt einen Mann an, der die Immobilienbranche umkrempeln will? Fütterer lacht, wenn man ihn danach fragt. „Ich bin in Franken aufgewachsen, am Niederrhein groß geworden – da lernt man, dass harte Arbeit sich auszahlt.“ Doch es ist mehr als das. In Gesprächen mit Brancheninsidern wird klar: Fütterer sieht sich als Brückenbauer. Zwischen Ingenieuren und IT-Experten, zwischen Regulierern und Investoren, zwischen alten Gebäuden und neuen Technologien. „Die Immobilienbranche steht vor der größten Transformation seit Jahrzehnten“, sagt er. „Und wir sind mittendrin.“ Mit Aedifion hat er nicht nur ein Unternehmen gegründet – er hat eine Bewegung gestartet. Eine, die zeigt, dass Nachhaltigkeit kein Kostenfaktor ist, sondern eine Chance. [4][5]
Hintergrund
Der DACH-Raum steht unter Druck: Strengere ESG-Vorgaben, steigende Energiepreise und veraltete Gebäudetechnik zwingen Immobilienunternehmen zum Umdenken. Doch während viele noch über Sanierungen diskutieren, setzt Johannes Fütterer mit Aedifion auf datengetriebene Lösungen. Seine KI-Plattform zeigt, dass Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch sein müssen – wenn man die richtigen Tools hat. Als einer der wenigen PropTech-Gründer mit ingenieurwissenschaftlichem Hintergrund verbindet Fütterer technisches Know-how mit unternehmerischem Weitblick. Das macht ihn zu einem gefragten Gesprächspartner für Asset Manager, die ihre Portfolios zukunftssicher machen wollen.
Quellen
- [1]Spotlight Interview : aedifion | Real Estate:UK
- [2]im Gespräch mit Dr.-Ing. Johannes Fütterer | Aedifion - THE PROPERTY Podcast
- [3]„Die Wärmeversorgung wird vernetzter - und dadurch besser“ - energieforschung.de
- [4]Johannes Fütterer - CEO & Founder at Aedifion | The Org
- [5]Immobilienprofis im Porträt: Johannes Fütterer – IZ Jobs
- [6]DW #56 mit Dr. Johannes Fütterer, Co-Founder und CEO von Aedifion
- [7]aedifion GmbH - PropTech Powerhouse e.V.
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