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Wohnungsmarkt 2026: Wer jetzt investiert

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Markt & Investments

Wohnungsmarkt 2026: Wer jetzt investiert

Die Wohnungswirtschaft im DACH-Raum erholt sich langsam – doch nicht alle Assetklassen profitieren gleichermaßen. Während institutionelle Investoren und REITs gezielt zuschlagen, bleibt der Bürosegment unter Druck. Wo die Chancen liegen, zeigt ein Blick hinter die Kulissen.

Marcus Heller

12. April 2026

Es war ein Deal, der im vergangenen Herbst die Runde machte: Ein US-REIT sicherte sich ein Portfolio aus deutschen Supermärkten – langfristige Mietverträge, stabile Cashflows, und das in einem Markt, der sonst von Unsicherheit geprägt ist. Realty Income, bekannt für seine monatlichen Dividenden, expandiert damit gezielt im DACH-Raum. Der Grund? Wohnimmobilien und verwandte Segmente wie Mikrowohnungen oder Seniorenresidenzen gelten als die einzigen Assetklassen, die 2026 noch stabile Renditen versprechen. Branchenkreise bestätigen: Die Transaktionsvolumina bleiben zwar unter Vorjahresniveau, doch das Interesse an „Living“ ist ungebrochen. Wer jetzt kauft, setzt auf Mietsteigerungen in Metropolen wie München oder Wien, wo das Angebot knapp bleibt. [4][7]

Doch nicht alle Investoren haben das gleiche Glück. Während Wohnimmobilien die Ranglisten anführen, kämpfen Büroimmobilien weiter mit strukturellen Problemen. In Frankfurt oder Düsseldorf stehen ganze Etagen leer – nicht nur wegen Homeoffice, sondern weil Unternehmen ihre Flächen radikal verkleinern. „Prime“-Objekte mit ESG-Zertifizierung ziehen noch Käufer an, doch B-Lagen bleiben ein Risiko. Ein informierter Colliers-Analyst bringt es auf den Punkt: „Die Dynamik bei Großabschlüssen ist eingebrochen. Wer hier investiert, braucht starke Nerven – oder einen langfristigen Plan.“ Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Büroflächenumsatz verliert an Fahrt, während Logistikimmobilien leicht zulegen. [6]

Interessant wird es beim Einzelhandel. Hier zeigt sich eine allmähliche Belebung – allerdings nur bei großvolumigen Objekten wie Einkaufszentren oder Fachmarktzentren. Ein Beispiel: Ein österreichischer Investor kaufte kürzlich ein Portfolio aus deutschen Einzelhandelsimmobilien, das an Discounter vermietet ist. Die Strategie? Langfristige Mietverträge mit bonitätsstarken Mietern. „Der Markt sortiert sich neu“, sagt ein Insider. „Wer auf kurzfristige Spekulation setzt, verliert. Wer auf stabile Cashflows baut, gewinnt.“ Die Erholung ist selektiv, aber spürbar – besonders in Städten mit starker Kaufkraft. [6]

Auch Hotelimmobilien erleben eine Renaissance. Nach Jahren der Krise ziehen die Investitionen wieder an – getrieben von einer robusten Nachfrage nach Geschäfts- und Städtereisen. Ein Deal in Hamburg machte kürzlich Schlagzeilen: Ein internationales Konsortium erwarb ein Luxushotel in zentraler Lage, mit langfristigen Managementverträgen. „Die Branche hat gelernt, mit Unsicherheiten umzugehen“, erklärt ein Marktbeobachter. „Wer jetzt einsteigt, setzt auf Standorte mit hoher Auslastung und diversifizierten Einnahmequellen.“ Die Erholung ist kein Selbstläufer, aber sie kommt – und sie kommt mit Tempo. [6]

In Österreich zeigt sich ein ähnliches Bild. Wien bleibt ein Hotspot für Wohnimmobilien, getrieben von Zuwanderung und begrenzten Neubauflächen. REITs wie Klépierre mischen hier kräftig mit, indem sie in gemischt genutzte Projekte investieren – Wohnungen, Einzelhandel und Büros unter einem Dach. „Das reduziert das Risiko“, sagt ein Branchenkenner. „Und es sichert stabile Mieteinnahmen, selbst wenn ein Segment schwächelt.“ Die Preise steigen moderat, doch die Nachfrage bleibt hoch. Wer hier zu spät kommt, zahlt drauf. [2][8]

Doch nicht alles glänzt. In Deutschland bleibt der Investmentmarkt frühzyklisch – die Erholung ist fragil, und die Finanzierungskosten drücken auf die Margen. Ein Blick auf die Zahlen: Das Transaktionsvolumen liegt deutlich unter dem Niveau der Boomjahre, auch wenn es sich langsam stabilisiert. „Die Käufer sind wählerischer geworden“, sagt ein JLL-Analyst. „Sie suchen nach Assets mit klaren Wertsteigerungspotenzialen – und die sind rar.“ Besonders im Wohnsegment setzen Investoren auf Nischen wie Mikrowohnungen oder Seniorenresidenzen, wo die Mietrenditen noch attraktiv sind. [4]

Fazit: 2026 wird kein Jahr der großen Sprünge, aber eines der selektiven Chancen. Wer jetzt investiert, muss genau hinschauen – und bereit sein, langfristig zu denken. Die REITs aus den USA und Europa haben das verstanden. Sie kaufen nicht blind, sondern gezielt. Und sie setzen auf Assets, die auch in unsicheren Zeiten stabile Erträge liefern. Für Asset Manager heißt das: Wer die richtigen Karten spielt, kann auch in einem schwierigen Markt noch punkten. [5][7]

Hintergrund

Der DACH-Immobilienmarkt steht 2026 vor einer graduellen Erholung, die von regionalen und sektoralen Unterschieden geprägt ist. Während Wohnimmobilien („Living“) und verwandte Segmente wie Mikrowohnungen oder Seniorenresidenzen stabil bleiben, leiden Büroimmobilien unter strukturellen Herausforderungen wie Homeoffice und Leerständen. Institutionelle Investoren und REITs aus den USA und Europa nutzen diese Dynamik, um gezielt in Assets mit langfristigen Mietverträgen und stabilen Cashflows zu investieren. Die Transaktionsvolumina bleiben unter Vorjahresniveau, doch die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Objekten steigt – besonders in Metropolen wie München, Berlin oder Wien.

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