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Berlin bleibt DACH-Immobilienstandort mit Potenzial

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Markt & Investments

Berlin bleibt DACH-Immobilienstandort mit Potenzial

Berlin stabilisiert sich 2024 als zentraler Immobilienmarkt im DACH-Raum. Trotz kurzfristiger Volatilität bei Gewerbeimmobilien zeigen Wohn- und Mischnutzungsprojekte langfristige Wertsteigerungschancen. Institutionelle Investoren setzen auf strategische Anpassungen.

Anna Lenz

28. März 2026

Berlin festigt seine Position als führender Immobilienstandort im DACH-Raum, trotz temporärer Marktschwankungen. Das Transaktionsvolumen bei Gewerbeimmobilien brach 2023 spürbar ein, wie Daten von Cushman & Wakefield und Savills belegen. Der Rückgang betraf vor allem großvolumige Objekte und Portfolios, die nahezu zum Erliegen kamen. Für Investoren bedeutet dies eine Verschiebung der Risikobewertung: Kurzfristige Liquidität ist eingeschränkt, während langfristige Perspektiven intakt bleiben. Die Erholungstendenzen 2024 deuten auf eine selektive Rückkehr institutioneller Akteure hin, insbesondere in Segmenten mit stabiler Nachfrage. [4][5]

Der Bürovermietungsmarkt zeigt erste Stabilisierungstendenzen, nachdem die Leerstandsquoten in zentralen Lagen auf niedrigem Niveau verharren. CBRE-Daten bestätigen, dass die Nachfrage nach hochwertigen Flächen in A-Lagen weiterhin robust ist. Dies gilt besonders für Objekte mit ESG-Zertifizierungen oder flexiblen Nutzungsoptionen. Für Asset Manager ergibt sich daraus ein klarer Handlungsdruck: Modernisierungen und Umnutzungen werden zum Schlüssel für Wertsicherung. Gleichzeitig bleiben Core-Objekte in Top-Lagen attraktiv, da sie geringere Mietausfallrisiken aufweisen. [8]

Wohnimmobilien bleiben der stabilste Pfeiler des Berliner Marktes. Die anhaltende Knappheit an bezahlbarem Wohnraum treibt die Nachfrage in allen Preissegmenten an. Prognosen deuten auf ein kontinuierliches Mietwachstum in gefragten Lagen hin, was für langfristig orientierte Investoren attraktive Renditechancen bietet. Besonders Mischnutzungsprojekte mit Wohnanteilen gewinnen an Bedeutung, da sie Diversifizierung und Risikostreuung ermöglichen. Bauträger reagieren mit einer hohen Anzahl aktiver Projekte, um die Nachfrage zu bedienen. [3][7]

Institutionelle Investoren passen ihre Strategien an die veränderten Rahmenbedingungen an. REITs und Fonds konzentrieren sich zunehmend auf Wohn- und Mischnutzungsprojekte, um Volatilitäten im Gewerbesegment auszugleichen. Die Preisdifferenz zu anderen DACH-Metropolen wie Zürich oder München macht Berlin dabei besonders attraktiv für renditeorientierte Akteure. Schweizer Pensionskassen und Family Offices nutzen diese Dynamik, um Portfolios zu diversifizieren. Gleichzeitig bleibt die politische Regulierung ein Unsicherheitsfaktor, der bei Investitionsentscheidungen berücksichtigt werden muss. [1][4]

Die Erholung des Berliner Investmentmarktes 2024 sendet positive Signale für den gesamten DACH-Raum. Als größter und liquidester Markt Deutschlands dient Berlin als Indikator für Trends in anderen Metropolen wie München, Hamburg oder Frankfurt. Institutionelle Akteure testen hier neue Konzepte wie „Build-to-Rent“ oder ESG-konforme Bürogebäude, die später auf andere Städte übertragen werden. Für Investoren bietet dies die Chance, frühzeitig von innovativen Modellen zu profitieren. Gleichzeitig bleibt die Marktentwicklung eng mit der Zinspolitik und makroökonomischen Rahmenbedingungen verknüpft. [5][8]

Österreichische Investoren beobachten die Berliner Entwicklungen mit besonderem Interesse. Wien profitiert zwar von ähnlichen Dynamiken wie Bevölkerungswachstum und Wohnungsmangel, zeigt jedoch geringere Volatilität. Berliner Trends bei REITs oder Mietregulierungen werden in Österreich aufmerksam analysiert, insbesondere im Hinblick auf politische Rahmenbedingungen. Für grenzüberschreitend aktive Asset Manager bietet dies die Möglichkeit, Synergien zwischen beiden Märkten zu nutzen. Gleichzeitig bleibt die Preisdifferenz zu deutschen Metropolen ein entscheidender Faktor für Investitionsentscheidungen. [2]

Langfristig bleibt Berlin ein zentraler Baustein für Immobilienportfolios im DACH-Raum. Die Kombination aus stabiler Nachfrage, hoher Liquidität und innovativen Nutzungskonzepten macht die Hauptstadt zu einem Testfeld für neue Investitionsstrategien. Für Asset Manager bedeutet dies: Eine selektive Allokation in Wohn- und Mischnutzungsprojekte bietet die beste Balance zwischen Risiko und Rendite. Gleichzeitig müssen politische und regulatorische Entwicklungen kontinuierlich überwacht werden, um kurzfristige Marktschwankungen abzufedern. [3][4]

Hintergrund

Berlin gilt als Gradmesser für den DACH-Immobilienmarkt. Die Hauptstadt vereint hohe Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeimmobilien mit einer dynamischen Projektentwicklung. Nach der Zinswende 2022/2023 durchlief der Markt eine Korrekturphase, die 2024 in eine selektive Erholung mündet. Institutionelle Investoren nutzen Berlin als Testmarkt für neue Konzepte, während politische Regulierung und makroökonomische Faktoren die langfristige Entwicklung prägen.

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