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REIT-ETFs im DACH-Raum: Liquide Alternative zu Direktinvestments
ETF-basierte Mietzinsdepots gewinnen im DACH-Raum als indirekte Immobilieninvestments an Bedeutung. Während das Transaktionsvolumen im deutschen Gewerbeimmobilienmarkt 2025 stagniert, verzeichnen REIT-ETFs steigende Zuflüsse – getrieben von institutioneller Nachfrage nach Diversifikation und inflationsgeschützten Erträgen.
Anna Lenz
1. März 2026
Der deutsche Gewerbeimmobilienmarkt verzeichnete 2025 ein Transaktionsvolumen von 34 Milliarden Euro, das leicht unter dem Vorjahresniveau liegt. Laut JLL dominiert das Living-Segment mit einem signifikanten Anteil am Investmentvolumen, während andere Assetklassen wie Büro- und Einzelhandelsimmobilien an Dynamik verlieren. Für Investoren bedeutet dies eine Verschiebung der Risikopräferenzen hin zu stabileren Mietrenditen. Gleichzeitig zeigt der Markt eine zunehmende Polarisierung zwischen Core- und Value-Add-Strategien, wobei letztere aufgrund höherer Renditeerwartungen an Attraktivität gewinnen. [1]
REIT-ETFs etablieren sich als liquide Alternative zu Direktinvestitionen, insbesondere für institutionelle Anleger wie Pensionskassen und Versicherer. Diese suchen nach inflationsresistenten Assets mit geringem Verwaltungsaufwand, wie aus Analysen von Excelsior Capital hervorgeht. Die Vorteile liegen in der täglichen Handelbarkeit, niedrigen Transaktionskosten und der Möglichkeit, globale Immobilienmärkte abzubilden. Im Vergleich zu geschlossenen Fonds bieten REIT-ETFs zudem eine höhere Transparenz und Flexibilität bei der Portfolioallokation. [7]
Die regulatorischen Rahmenbedingungen für REITs in Deutschland haben sich seit ihrer Einführung 2007 schrittweise verbessert. Zwar fehlen konkrete steuerliche Anpassungen in jüngster Zeit, doch die Teilfreistellung von Dividenden hat die Attraktivität dieser Anlageklasse erhöht. Für Investoren resultiert daraus eine effizientere Besteuerung von Erträgen, was die Netto-Rendite im Vergleich zu Direktinvestitionen verbessert. Gleichzeitig reduzieren REIT-ETFs das Klumpenrisiko, das bei Einzelobjekten besteht. [5]
Der europäische Markt für REIT-ETFs verzeichnet ein kontinuierliches Wachstum, wobei der DACH-Raum eine zentrale Rolle spielt. Während in Österreich REITs noch nicht etabliert sind, gewinnen Immobilien-ETFs mit Fokus auf europäische Wohnimmobilien an Bedeutung. In der Schweiz zeigt der SXI Real Estate®-Index, der Schweizer Immobilienaktien abbildet, eine stabile Performance. Für Investoren bieten diese Produkte Zugang zu diversifizierten Portfolios ohne die typischen Illiquiditätsrisiken von Direktinvestitionen. [6]
Die Performance von REIT-ETFs wird maßgeblich durch die zugrundeliegenden Immobilienmärkte und die Dividendenpolitik der enthaltenen Unternehmen bestimmt. Regelmäßige Mieteinnahmen, wie sie für REITs charakteristisch sind, bieten Anlegern eine stabile Cashflow-Quelle. Gleichzeitig ermöglichen ETFs eine breite Streuung über verschiedene Regionen und Sektoren, was das Risiko von Leerständen oder Marktschwankungen reduziert. Für Asset Manager ergibt sich daraus die Möglichkeit, taktische Allokationen ohne hohe Transaktionskosten umzusetzen. [5]
Der deutsche Investmentmarkt zeigt 2025 ein frühzyklisches Umfeld mit moderater Wachstumsdynamik, wie Colliers in seinem City Survey Q4 2025 berichtet. Während der Büroflächenumsatz durch abnehmende Großabschlüsse limitiert wird, verzeichnet der Industrie- und Logistikmarkt ein leichtes Wachstum. Für Investoren bedeutet dies eine Verschiebung der Opportunitäten hin zu Nischenmärkten wie Logistikimmobilien, die von strukturellen Trends wie E-Commerce profitieren. REIT-ETFs bieten hier eine effiziente Möglichkeit, an diesen Entwicklungen teilzuhaben. [3]
Die Auswahl an Immobilien-ETFs hat sich in den letzten Jahren deutlich erweitert, mit über 8.500 verfügbaren Indexfonds. Für Investoren ist die Wahl des passenden Produkts entscheidend, wobei Faktoren wie die geografische Ausrichtung, die Kostenquote (TER) und die Replikationsmethode zu berücksichtigen sind. Während globale REIT-ETFs eine breite Diversifikation bieten, ermöglichen regionale Produkte eine gezielte Allokation in spezifische Märkte. Die Entscheidung zwischen physischer und synthetischer Replikation beeinflusst zudem das Tracking Error-Risiko. [5][6]
Hintergrund
Der DACH-Immobilienmarkt steht vor strukturellen Herausforderungen, darunter hohe Zinsen, Bewertungsunsicherheiten und regulatorische Hürden. Während Direktinvestitionen in Gewerbeimmobilien 2025 an Dynamik verlieren, gewinnen indirekte Anlagevehikel wie REIT-ETFs an Bedeutung. Diese bieten institutionellen und privaten Anlegern eine kostengünstige, liquide Alternative mit Zugang zu globalen Immobilienmärkten. Die zunehmende Akzeptanz von ETFs spiegelt den Bedarf nach flexiblen, inflationsgeschützten Investments wider, die gleichzeitig eine breite Diversifikation ermöglichen.
Quellen
- [1]Investmentmarktüberblick Q4 2025 | JLL
- [2]Immobilien-Investmentmarkt Deutschland Q4 2023 | DE | Cushman & Wakefield
- [3]Investmentmarkt - Colliers | City Survey Q4 2025
- [4]Immobilien-Investments per ETF: Was Anleger über REITs & Co. wissen müssen | finanzen.net
- [5]Immobilien ETF: Sind Immobilien- und REIT-ETFs sinnvoll? | Zendepot.de
- [6]Immobilien-ETFs: Welcher ist der beste?
- [7]Emerging Trends in Real Estate Investment for Institutional Portfolios
- [8]Year-ender 2024: Real estate sector attracts record $8.8 bn institutional investments | Real Estate News
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