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Schweizer Immobilienmarkt: Leerstand sinkt, Geschäftsflächen steigen
Basel-Stadt verzeichnet einen Rückgang der Leerwohnungsquote auf 0,8 Prozent bei gleichzeitigem Anstieg des Geschäftsflächenangebots um 31 Prozent. Für Investoren signalisiert dies eine strukturelle Verschiebung in urbanen Kernmärkten, getragen von institutionellen Akteuren und stabilen Preisen.
Anna Lenz
1. März 2026
Der Schweizer Immobilienmarkt zeigt in urbanen Kernstädten eine deutliche Verknappung von Wohnraum bei gleichzeitigem Wachstum des Gewerbeangebots. In Basel-Stadt sank der Leerwohnungsbestand im Jahresvergleich um 332 Einheiten auf 897 Einheiten, was einem Rückgang von 27 Prozent entspricht. Die Leerwohnungsquote liegt nun bei 0,8 Prozent, nach etwa 1,1 Prozent im Vorjahr. Parallel stieg das Angebot an Geschäftsflächen um 31 Prozent. Diese Entwicklung unterstreicht eine strukturelle Verschiebung im Nutzungsmix, die für Investoren neue Chancen in der Projektentwicklung eröffnet. [1]
Die Schweiz verzeichnet insgesamt eine Leerwohnungsziffer von 1,15 Prozent, was rund 53.000 leerstehenden Wohnungen entspricht. Die regionalen Unterschiede sind jedoch markant: Während ländliche Kantone wie Jura mit 2,8 Prozent Leerstand kämpfen, liegen urbane Zentren deutlich darunter. Zürich weist mit 0,3 Prozent die niedrigste Quote auf. Für Investoren bedeutet dies eine klare Präferenz für Metropolregionen, wo die Nachfrage nach Wohnraum durch Bevölkerungswachstum und Zuwanderung stabil bleibt. Basel-Stadt folgt diesem Trend mit einer der niedrigsten Leerstandsquoten des Landes. [2]
Die Preisentwicklung auf dem Schweizer Wohnimmobilienmarkt bleibt moderat, aber stabil. 2023 stiegen die Preise für Eigentumswohnungen um 2,1 Prozent, für Einfamilienhäuser um 1,8 Prozent. In Zürich erreichten die Durchschnittspreise 14.500 CHF pro Quadratmeter, in Basel 11.200 CHF. Diese Preisdynamik spiegelt die anhaltende Attraktivität urbaner Lagen wider, insbesondere für institutionelle Investoren, die auf langfristige Wertsteigerungen setzen. Die stabilen Preise trotz Zinsumfeld deuten auf eine robuste Nachfrage hin. [3][7]
Das Transaktionsvolumen auf dem Schweizer Gewerbeimmobilienmarkt lag 2023 bei etwa 12 Milliarden CHF, ein Rückgang von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch bleiben die Spitzenrenditen attraktiv: Büroimmobilien in Zürich erzielen 3,5 bis 4,0 Prozent, Logistikimmobilien 4,0 bis 4,5 Prozent. Diese Renditeaussichten locken weiterhin institutionelle Investoren an, die in den letzten Jahren verstärkt in Gewerbeimmobilien diversifiziert haben. Die Nachfrage nach modernen Büroflächen in A-Lagen bleibt hoch. [6]
Institutionelle Investoren dominieren den Schweizer Immobilienmarkt mit einem verwalteten Vermögen von rund 150 Milliarden CHF. Pensionskassen wie Swisscanto und BVK sowie REITs wie Swiss Prime Site und PSP Swiss Property sind die größten Akteure. Diese Investoren prägen den Markt durch langfristige Strategien und hohe Kapitalkraft. Für Asset Manager bedeutet dies, dass Projektentwicklungen zunehmend auf die Bedürfnisse dieser Akteure zugeschnitten werden müssen, insbesondere in Bezug auf Nachhaltigkeit und Flexibilität. [4]
Die Optimismus der institutionellen Investoren für 2025 unterstreicht die positive Marktstimmung. Trotz makroökonomischer Unsicherheiten setzen diese Akteure auf die Stabilität des Schweizer Immobilienmarkts, insbesondere in urbanen Zentren. Basel-Stadt profitiert dabei von seiner wirtschaftlichen Stärke und der hohen Nachfrage nach Gewerbe- und Wohnflächen. Für Investoren bietet dies die Chance, in Projekte mit langfristigem Wertsteigerungspotenzial zu investieren, insbesondere in gemischt genutzte Entwicklungen. [5]
Die regulatorischen Rahmenbedingungen in der Schweiz, wie Mieterschutz und Zinspolitik, bleiben eine Herausforderung für Investoren. Dennoch zeigt die aktuelle Entwicklung, dass urbane Märkte wie Basel-Stadt diese Hürden durch hohe Nachfrage und begrenzte Bauflächen überwinden. Für Asset Manager bedeutet dies, dass eine Fokussierung auf A-Lagen und moderne Nutzungsformen entscheidend ist, um von der aktuellen Marktentwicklung zu profitieren. Die Kombination aus sinkendem Leerstand und steigendem Geschäftsflächenangebot bietet dabei einzigartige Chancen. [1][4]
Hintergrund
Der Schweizer Immobilienmarkt ist geprägt von einer hohen Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeimmobilien, getrieben durch Bevölkerungswachstum, Zuwanderung und eine stabile Wirtschaftslage. Gleichzeitig führen regulatorische Rahmenbedingungen wie Mieterschutz und Zinspolitik zu Engpässen, insbesondere in urbanen Zentren. Basel-Stadt steht exemplarisch für diese Entwicklung: Während der Wohnungsleerstand sinkt, steigt das Angebot an Geschäftsflächen, was auf strukturelle Verschiebungen im Nutzungsmix hindeutet. Institutionelle Investoren spielen eine zentrale Rolle bei der Finanzierung und Entwicklung von Immobilienprojekten.
Quellen
- [1]Rückgang der Leerwohnungsziffer und Zunahme des Angebots an Geschäftsräumen | Kanton Basel-Stadt
- [2]Schweiz - Leerwohnungen 2023 | Statista
- [3]Immobilienmarkt Schweiz: Aktuelle Entwicklung 2023
- [4]Liste der 150 größten Immobilieninvestoren Schweiz [2025 Update]
- [5]Immobilienmarkt 2025: Institutionelle Investoren optimistisch
- [6]Statistiken zu Immobilien-Investments in der Schweiz | Statista
- [7]Immobilienpreise & Preisentwicklung Schweiz 2022/2023 | immoverkauf24
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