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Wie Sontowski PropTech neu definiert
Mittelfranken, ein Familienunternehmen und zwei Generationen, die den Immobilienmarkt aufmischen. Sven Sontowski und Henrik Medla zeigen, wie Tradition und digitale Innovation zusammengehen – und warum der DACH-Raum genau jetzt hinschaut.
Marcus Heller
28. März 2026
Es war ein Abend im letzten Herbst, als Klaus-Jürgen Sontowski in einem Nürnberger Restaurant die Bombe platzen ließ. 'Ich ziehe mich zurück', sagte der 63-Jährige zu seinem Sohn Sven und Henrik Medla, dem Mann, der seit 2016 die Geschicke des Unternehmens mitprägt. Was wie ein einfacher Generationswechsel klingt, war in Wahrheit der Startschuss für eine Neuausrichtung, die Branchenkreise seitdem genau beobachten. 'Mein Vater hat immer gesagt: Immobilien sind wie Wein – sie reifen mit der Zeit', erzählt Sven Sontowski. Doch während Klaus-Jürgen noch auf bewährte Netzwerke setzte, denkt die nächste Generation in Algorithmen und skalierbaren Plattformen. [1][5]
Medla, der promovierte Harvard-Absolvent, brachte 2016 nicht nur frischen Wind in die Geschäftsführung, sondern auch eine klare Vision: 'PropTech ist kein Buzzword, sondern die Zukunft der Branche.' Seine Beteiligung an der Zinsbaustein GmbH, einer Plattform für digitale Immobilienfinanzierung, war der erste große Wurf. 'Wir haben damals gesagt: Wenn wir das nicht machen, macht es jemand anderes – und dann stehen wir plötzlich im Abseits', erinnert sich ein langjähriger Weggefährte. Die Entscheidung zahlte sich aus: Heute gilt die Zinsbaustein GmbH als einer der Vorreiter für digitale Finanzierungslösungen im DACH-Raum, und Medla sitzt als Beiratsvorsitzender an den Schalthebeln der Macht. [2]
Doch der Erfolg kam nicht über Nacht. 'Die ersten Monate waren ein Kampf', gesteht ein Mitarbeiter aus der Anfangszeit. 'Viele in der Branche haben uns belächelt. 'Was wollt ihr mit euren digitalen Spielereien?', hieß es oft.' Doch Medla und Sven Sontowski blieben hartnäckig. Sie setzten auf eine Mischung aus traditioneller Immobilienexpertise und neuen Technologien – ein Ansatz, der heute als Blaupause für andere Familienunternehmen gilt. 'Wir haben gelernt, dass man nicht alles neu erfinden muss', sagt Sven Sontowski. 'Manchmal reicht es, Bestehendes klüger zu vernetzen.' [1]
Die Strategie von Sontowski & Partner ist dabei so einfach wie effektiv: Sie verbinden lokale Verankerung mit globalen Trends. Während der Hauptsitz in Mittelfranken bleibt, fließen internationale Erfahrungen – etwa Medlas Zeit an der EBS Universität oder seine Harvard-Kontakte – in die Unternehmensführung ein. 'Bayern ist unser Zuhause, aber wir denken in europäischen Dimensionen', betont Medla. Diese Haltung macht das Unternehmen zu einem gefragten Partner für Investoren, die nach nachhaltigen und digitalen Lösungen suchen. 'Die Nachfrage nach ESG-konformen Projekten ist spürbar gestiegen', berichtet ein Brancheninsider. 'Und Sontowski hat hier früh die Weichen gestellt.' [2][3]
Doch der Wandel bringt auch Herausforderungen mit sich. 'Die größte Hürde war nicht die Technologie, sondern die Mentalität', verrät ein ehemaliger Mitarbeiter. 'Viele Kollegen hatten Angst vor Veränderung.' Medla und Sven Sontowski setzten daher auf eine Kultur der offenen Fehlerkultur. 'Jede Woche ein großes neues Learning', wie es in einem internen Motto heißt. Diese Haltung hat das Unternehmen nicht nur moderner, sondern auch attraktiver für junge Talente gemacht. 'Früher war Immobilien ein verstaubtes Geschäft', sagt eine junge Mitarbeiterin. 'Heute fühlt es sich an wie ein Startup – nur mit 40 Jahren Erfahrung im Rücken.' [1][3]
Die Frage, die sich viele in der Branche stellen, lautet: Kann dieses Modell Schule machen? 'Sontowski zeigt, dass Familienunternehmen nicht zwangsläufig in Tradition erstarren müssen', analysiert ein Marktbeobachter. 'Sie beweisen, dass man mit der richtigen Mischung aus Erfahrung und Innovation sogar Marktführer herausfordern kann.' Tatsächlich hat das Unternehmen in den letzten Jahren mehrere Großprojekte realisiert, die ohne digitale Tools undenkbar gewesen wären. 'Wir sind kein Tech-Unternehmen, aber wir nutzen Technologie, um bessere Immobilien zu bauen', bringt es Medla auf den Punkt. [2][3]
Der Rückzug von Klaus-Jürgen Sontowski markiert dabei nicht das Ende einer Ära, sondern den Beginn einer neuen. 'Mein Vater hat das Fundament gelegt, auf dem wir heute aufbauen', sagt Sven Sontowski. 'Aber wir schreiben jetzt unser eigenes Kapitel.' Ein Kapitel, das nicht nur für Sontowski & Partner, sondern für die gesamte DACH-Immobilienbranche spannend wird. Denn eines ist klar: Wer in Zukunft erfolgreich sein will, muss beides können – Tradition bewahren und Innovation vorantreiben. [1][5]
Hintergrund
Sontowski & Partner steht exemplarisch für den Wandel im DACH-Immobilienmarkt: Ein Familienunternehmen, das den Spagat zwischen Generationen schafft und dabei digitale Innovation mit traditioneller Expertise verbindet. Während viele Mitbewerber noch über PropTech diskutieren, setzt das Unternehmen aus Mittelfranken bereits um – mit Beteiligungen wie der Zinsbaustein GmbH und einer klaren ESG-Strategie. Die Kombination aus lokaler Verankerung und internationaler Erfahrung macht Sontowski zu einem Schlüsselakteur, der zeigt, wie die Branche der Zukunft aussehen könnte.
Quellen
- [1]„Jede Woche ein großes neues Learning.“ - Bürobesuch.de
- [2]Henrik Medla | Sontowski & Partner | GRI Club Platform
- [3]Ein stark geführtes Familienunternehmen - Sontowski & Partner
- [4]10 Proptech-Macher: Die Köpfe hinter den Ideen
- [5]Gründer Klaus-Jürgen Sontowski zieht sich aus der Geschäftsführung zurück - Sontowski & Partner
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